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    Verursacht Luftverschmutzung tödliche Herzkrankheiten? – Deutsche Forscher klären auf

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    Verschmutzte Luft kann offenbar doppelt so viele Todesfälle verursachen wie bislang angenommen. In mindestens der Hälfte der Fälle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache. Das ergab eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universität Mainz, die im „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde.

    Jeder Europäer verliert demnach wegen schmutziger Luft im Schnitt mehr als zwei Lebensjahre. Mit Hilfe eines etablierten, datengestützten Atmosphärenchemiemodells hatten die Forscher die Auswirkungen verschiedener Luftverschmutzungsquellen auf die Sterberate geprüft. Es stellte sich heraus, dass im Jahr 2015 etwa 790.000 Todesfälle in ganz Europa durch schlechte Umweltbedingungen verursacht wurden.

    Dabei entfielen 40 bis 80 Prozent dieser Fälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter Schlaganfälle und Herzinfarkte. Das sei doppelt so viel wie die Zahl der Toten durch Störungen der Atmungsorgane gewesen.

    Jedes Jahr sterben in der Welt 8,8 Millionen Menschen wegen Luftverschmutzung, was die bisherigen Kennziffern um das Zweifache übersteigt. Verschmutzte Luft tötet laut den Forschern mehr Menschen als Rauchen.

    Als Hauptfaktor, der sich negativ auf den Körper auswirkt, dienen Feinstaubteilchen. Die Forscher betonen, dass Feinstaubteilchen mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (PM2,5) die Hauptursache für Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen seien, was die hohen Sterberaten erklärt, die schlechter Luft zugeordnet werden können.

    „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Europäische Grenzwert für Feinstaub, der für den Jahresdurchschnitt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt, viel zu hoch ist“, sagte Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz.

    Der Wert liege weit über der Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter.

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    Tags:
    Studie, Todesursache, Luftverschmutzung, Universität Mainz, Max-Planck-Institut für Chemie, European Heart Journal, Deutschland