12:20 23 März 2019
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    Ein südekoreanischer Journalist am Eingang der Nordkoreas Botschaft in Madrid

    Steckte die CIA hinter dem Angriff auf die nordkoreanische Botschaft in Madrid?

    © REUTERS / Sergio Perez
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    Ilona Pfeffer
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    Ermittler der spanischen Polizei und des spanischen Geheimdienstes CNI haben eine Verbindung zwischen dem Angriff auf die nordkoreanische Botschaft in Madrid und dem US-Geheimdienst CIA hergestellt. Sollte die CIA tatsächlich etwas mit dem Angriff zu tun haben, könnte das zu einer diplomatischen Krise zwischen Spanien und den USA führen.

    Wie die spanische Zeitung „El Pais“ berichtet, haben die Ermittler mindestens zwei der insgesamt zehn Angreifer identifiziert. Diese sollen Verbindungen zum US-amerikanischen Geheimdienst CIA haben. Die CIA habe jegliche Beteiligung an dem Angriff abgestritten, aber Regierungsquellen zufolge soll die Antwort „nicht überzeugend“ gewesen sein.

    Wenige Tage vor dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un in Vietnam waren zehn maskierte und bewaffnete Personen in das Botschaftsgebäude in Madrid eingedrungen. Acht Botschaftsmitarbeiter sind gefesselt, geschlagen und verhört worden.  Einer Frau gelang schließlich die Flucht durch ein Fenster im zweiten Stock des Gebäudes. Ihre Hilferufe hörte ein Nachbar und verständigte die Polizei.

    Die Polizisten sind aber zunächst an der Pforte durch einen Mann abgewiesen worden, der sagte, es sei alles in Ordnung. Wenige Minuten später gelang den Angreifern die Flucht in zwei Luxusautos der Botschaft.

    Nach zwei Stunden in Geiselhaft wurden schließlich die acht Botschaftsmitarbeiter durch die Polizei befreit.

    Aufgrund des zielgerichteten, perfekt geplanten Vorgehens der Täter gehen die Ermittler laut „El Pais“ davon aus, dass der Angriff von einer „militärischen Zelle“ durchgeführt worden ist. Mit Verweis auf die spanische Zeitung „El Confidencial“ schreibt „Spiegel Online“, die Polizei verfolge gegenwärtig zwar mehrere Fährten, doch die Möglichkeit werde immer wahrscheinlicher, dass „die Geheimdienste der USA die Aktion geplant haben, wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten oder Partnern“.

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    Ziel des Angriffs könnte laut „El Pais“ gewesen sein, Informationen über den ehemaligen Botschafter Nordkoreas in Spanien, Kim Hyok Chol, zu sammeln. Dieser ist im September 2017 ausgewiesen worden. Kim Hyok Chol ist ein enger Vertrauter von Kim Jong Un und war maßgeblich an der Organisation des Gipfels in Vietnam beteiligt.

    Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die CIA hinter dem Angriff auf die Botschaft steckte, könnte das zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Madrid und Washington führen. Unter Berufung auf Regierungsquellen schreibt „El Pais“, es wäre „nicht akzeptabel“ für Spanien, wenn ein Verbündeter sich so verhielte. Die USA würden damit internationale Abkommen verletzen, die den Schutz diplomatischer Delegationen regeln.

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    Tags:
    Geheimdienste, Angriff, Botschaft, CIA, Kim Jong-un, Donald Trump, Madrid, Spanien, Nordkorea, USA