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05:17 20 Oktober 2019
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    Sammlung der Ausstellungsexemplare „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“

    Rechtsstreit um Skythen-Gold: Kiew lehnt jeglichen Kompromiss ab – Rechtsanwalt

    © AP Photo / Peter Dejong
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    Kiew schließt jegliche Möglichkeit aus, einen Kompromiss im Streit um die Skythen-Gold-Sammlung, über deren Zugehörigkeit Russland und die Ukraine seit Jahren streiten, zu erzielen. Das gab der Rechtsanwalt Maarten Sanders, der in dem Streit die ukrainische Seite vertritt, gegenüber Sputnik bekannt.

    Auf die Frage, ob es Perspektiven gibt, einen Kompromiss zwischen den in den Streit verwickelten Parteien zu erlangen, sagte Sanders, von einem Kompromiss sei nicht die Rede.

    In Bezug darauf, ob die ukrainische Seite das Skythen-Gold verkaufen oder einen Teil der Exponate den Krim-Museen schenken würde, wenn die Sammlung an Kiew übergeben würde, verwies der Rechtanwalt darauf, dass er nichts von Plänen dieser Art gehört habe.

    „Das ist kulturelles Erbe. Ich denke nicht, dass es zu verkaufen ist“, so Sanders.

    Die Skythen-Gold-Sammlung aus vier Museen der Krim war im Februar 2014 — kurz bevor sich die Halbinsel mit Russland wiedervereinte — zur Ausstellung „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“ in das Allard Pierson Museum – das archäologische Museum der Universität von Amsterdam – gebracht worden.

    Diese Sammlung umfasst 583 Artefakte aus dem 4. Jahrhundert vor bis ins 7. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung. Es handelt sich um Schmuckgegenstände, Geschirr, Waffen und Kleinplastiken, die bei Ausgrabungen auf der Krim gefunden wurden, weshalb man auch vom Krim-Gold spricht. Lediglich 19 der für die Ausstellung in Amsterdam bereitgestellten Exponate stammten aus der Sammlung eines Kiewer Museums.

    Der Streit zwischen Moskau und Kiew über die Zugehörigkeit der Skythen-Gold-Sammlung war entstanden, nachdem die Krim im Ergebnis des dort am 16. März 2014 durchgeführten Referendums wieder in den Bestand Russlands aufgenommen worden war.

    Mitte Dezember 2016 hatte das Bezirksgericht Amsterdam entschieden, diese Ausstellungsexemplare der Ukraine zu übergeben. Es begründete sein Urteil damit, dass die Krim kein Staat sei und ihr Recht auf die Kunstobjekte nicht geltend machen könne. Somit müsste die Entscheidung, wem die Artefakte zurückzugeben seien, ein ukrainisches Gericht treffen, sobald sich diese Objekte auf dem Territorium der Ukraine befänden.

    Russlands Kulturminister Wladimir Medinski bezeichnete die in Amsterdam getroffene Gerichtsentscheidung indes als „beispiellos“ und erklärte, die Übergabe des Skythen-Goldes an die Ukraine würde „Diebstahl“ sein.

    Wie der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, würden sich die zuständigen russischen Behörden mit diesem Thema befassen.

    In Reaktion auf den in Amsterdam gefassten Beschluss hatten die Museen der Krim eine Appellation eingereicht, die am 11. März vom Berufungsgericht Amsterdam behandelt wurde.

    Wie der ukrainische Vize-Justizminister Sergej Petuchow danach auf Facebook schrieb, habe das Berufungsgericht Amsterdam den 11. Juni als voraussichtliches Datum für die Beschlussfassung im Fall des Skythen-Goldes festgelegt.

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    Tags:
    Behandlung, Appellation, Streit, Skythen-Gold, Sergej Petuchow, Wladimir Medinski, Dmitri Peskow, Russland, Ukraine