19:59 09 Dezember 2019
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    Gedenkstelle nach dem Attentat von Neuseeland

    Anschlag in Neuseeland: Terrorforscher kritisiert Internetkonzerne

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    Bei dem Terrorangriff auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch in Neuseeland sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Der Angreifer führte dabei intensiv Accounts in den sozialen Netzwerken und übertrug seine Tat live. Der Terrorismus-Experte Peter Neumann hat nun mehr Hilfe von Internetkonzernen im Anti-Terror-Kampf eingefordert.

    Wie die dpa berichtet, verweist Neumann darauf, dass zwar eine hundertprozentige Live-Überwachung von YouTube, Facebook und anderen Online-Plattformen zum Aufspüren von Terrorpropaganda unrealistisch sei, könnten Internet-Konzerne dennoch viel mehr unternehmen, um die Übertragung von Attentaten zu erschweren.

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    „Gegen die rasante und massenhafte Verbreitung lässt sich nur mit mehr Einsatz von Personal und Technik vorgehen, mit deren Hilfe diese brutalen Videos gelöscht werden”, sagte Neumann am Samstag gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    Die brutale Tat live zu übertragen, diene zum einen einer narzisstischen Selbstinszenierung des Täters, zum anderen aber auch der medialen Verbreitung.

    Die einschlägigen Online-Plattformen könnten dies mit geeigneten Mitteln durchkreuzen „und so auch ihrer Verantwortung als global agierendes Unternehmen” gerecht werden, erklärte der Experte, der am Londoner King's College zu Extremismus und Radikalisierung forscht.

    Bei dem Doppelanschlag in Christchurch hatte der Täter während des Freitagsgebets wahllos auf Moschee-Besucher geschossen.

    Er tötete 49 Menschen, mehr als 40 wurden verletzt. Nach bisherigen Erkenntnissen handelte der Australier vermutlich als Einzeltäter. Mit einer Helmkamera filmte er auch, wie er die Menschen erschoss. Die Bilder übertrug er live ins Internet.

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    Tags:
    Tote und Verletzte, Terrorangriff, Live-Schalte, Terror, Kritik, Extremismus, Internet, Twitter, Facebook, Christchurch, Neuseeland, USA