22:15 14 Dezember 2019
SNA Radio
    Schüsse in Utrechter Straßenbahn

    Niederlande: Schüsse in Utrechter Straßenbahn – Mehrere Verletzte

    © AFP 2019 / Koen van Weel / ANP
    Panorama
    Zum Kurzlink
    252473
    Abonnieren

    In der niederländischen Stadt Utrecht sind mehrere Personen durch Schüsse in einer Straßenbahn verletzt worden. Das teilte die Polizei über Twitter am Montag mit.

    In der niederländischen Stadt Utrecht sind mehrere Personen durch Schüsse verletzt worden. Das teilte die Polizei über Twitter am Montag mit. In der Provinz Utrecht wurde die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen.

    >>>Neues zum Thema: Schüsse in Utrecht: Bürgermeister spricht von drei Toten<<<

    In Utrecht haben nach den Schüssen in einer Straßenbahn alle Moscheen vorsorglich geschlossen.

    „Wir haben das in Abstimmung mit der Polizei getan”, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den Sprecher der größten Moschee in der Stadt.

    ​Einzelheiten zu dem Vorfall wurden zunächst nicht mitgeteilt. Einsatzkräfte seien vor Ort, hieß es. Laut dem Portal Focus hat eine Person in einer Straßenbahn auf Passagiere geschossen.

    Der Verdächtige soll in der Türkei geboren sein, teilte die Polizei am Montag auf Twitter mit. Sie veröffentlichte auch ein Foto des Mannes aus der Straßenbahn. Der Mann heiße Gökmen Tanis und ist laut Polizei auf der Flucht.

    ​Laut dem Portal RTV Utrecht waren mehrere Schüsse zu hören. Ein Augenzeuge sah eine Frau am Boden liegen. Sie habe gerufen „Ich habe nichts gemacht”.

    „Ich bin von meiner Arbeit gekommen, als es passiert ist”, so der Augenzeuge. Er stand am Platz des 24. Oktober vor einer Ampel und sah dort eine Frau. Sie sei zwischen 20 und 35 Jahre alt.

    Er habe drei Schüsse gehört und gesehen, wie vier Männer versuchten, die Frau „wegzuschleppen”. Dann habe es wieder Schüsse gegeben und die Männer ließen die Frau wieder los.

    Die niederländische Polizei hatte zuvor auf ihrer Internetseite gemeldet, dass bei dem Vorfall ein Mensch getötet worden sein soll. Diese Meldung ist von der Polizei allerdings korrigiert worden — letzten Informationen zufolge sind von der Behörde drei Todesfälle bestätigt worden. Fünf Personen wurden verletzt.

    >>>Mehr zum Thema: Schießerei in Utrecht: Polizei fahndet nach 37-jährigem Türken – FOTO<<<

    Laut dem niederländischen Antiterror-Koordinator Pieter-Jaap Aalbersberg gab es Schüsse an mehreren Orten. 

    Angesichts der Lage wurde im niederländischen Regierungszentrum, dem Binnenhof in Den Haag, vor dem Parlament und dem Amtssitz des Ministerpräsidenten die Polizeipräsenz verstärkt. 

    Indes hat das Krisenreaktionszentrum im Auswärtigen Amt via Twitter vor Gefahren bezüglich des Vorfalls in Utrecht gewarnt. 

    Nach den Schüssen in Utrecht hat sich der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte besorgt geäußert, so die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Rutte habe in Den Haag von einer „beunruhigenden” Situation gesprochen, meldeten niederländische Medien am Montag.

    Die Regierung des Landes wolle zu Krisengesprächen zusammenkommen, sagte Rutte. Einem Rundfunkbericht zufolge wurden die Sicherheitsvorkehrungen am Regierungssitz in Den Haag verstärkt. Auch der Anti-Terror-Koordinator habe ein Krisentreffen einberufen.

    Zunächst war unbekannt, wie viele Menschen verletzt wurden. Auch die Hintergründe waren noch unklar.

    Die Polizei schließt einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

    Ministerpräsident Rutte hat auf einer kurzen Pressekonferenz in Den Haag die Schießerei als „Anschlag“ bezeichnet und einen terroristischen Hintergrund ebenfalls nicht ausgeschlossen. 

    „Unser Land ist heute durch einen Anschlag aufgeschreckt worden. Ein Terrorakt ist ein Angriff auf unsere Zivilisation“, sagte er. Es werde alles versucht, um den oder die Täter zu fassen. „Wir werden nie vor Intoleranz weichen“, so Rutte. 

    „Das ist so schnell abgelaufen. Dabei war nicht das Stadtzentrum ausgewählt worden, sondern ein Wohngebiet, so dass man schneller untertauchen konnte. Aus dem Zentrum wäre es auch nicht schnell gegangen, dort gibt es sowohl kleine Straßen als auch Ampeln“, teilte die Fremdenführerin in den Niederlanden Swetlana Wygon mit.

    Natalija Smits, eine andere Fremdenführerin, sagte zu dem Vorfall: „Utrecht ist nicht so sehr eine Touristenstadt, es ist eher eine Studentenstadt. Utrecht ist nicht so gut geschützt, wie beispielsweise den Haag, Amsterdam und Rotterdam, und deshalb ist es dort passiert. Es ist jetzt alles geschlossen, auch die Moscheen. Es gilt die höchste Terrorwarnstufe. Und so wird es den ganzen Tag sein, bis 18 Uhr. Und natürlich fahren keine Züge über Utrecht. Die Menschen, die sich jetzt in Utrecht befinden, sitzen wie Mäuse in einer Mausefalle fest.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Politiker an die Wand stellen“: Greta Thunberg überrascht mit radikalen Worten
    Türkei beantragt bei USA Kauf von Patriot-Raketenabwehrsystemen
    „Entschlossene“ Antwort: USA warnen Teheran nach Angriffen
    Merkel warnt vor Abwanderung von Unternehmen
    Tags:
    Utrecht, Niederlande