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10:29 16 Juli 2019
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    Eichhörnchen (Symbolbild)

    Catch me if you can: Fünf Tierarten, die Sie sicher noch nie gesehen haben

    © Depositphotos / Duben
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    Jedes Jahr entdecken Forscher Tausende neuer Tierarten. Aber in einigen Fällen können sie ein Tier nur in Worten beschreiben, weil einfach kein Foto vorhanden ist. Es sind also diverse Tierarten bekannt, die aber nicht wirklich erforscht werden.

    Sputnik berichtet in diesem Beitrag über fünf Tierarten, die durchaus als „unfassbar“ bezeichnet werden können.

    Taschenhai

    Der graubraune Taschenhai (Mollisquama parini) ist nur 40 Zentimeter groß und lebt voraussichtlich im Stillen Ozean. Forscher wissen nur von zwei Exemplaren dieses Fisches, die zudem rein zufällig in die Hände von Menschen geraten waren. Das erste Mal haben sowjetische Forscher ein erwachsenes Taschenhai-Weibchen im Fischnetz des Forschungsschiffes „Ichtiandr“ entdeckt. Und zum zweiten Mal wurde ein solcher Fisch 2015 von US-amerikanischen Ozeanologen gesichtet, als sie im Rahmen einer Expedition im Golf von Mexiko ein 14 Zentimeter großes neugeborenes Männchen fingen.

    Eine Genuntersuchung ergab, dass es sich bei diesem Fisch um einen Hai der Dalatiidae-Familie handelt, der der Gattung Mollisquama angehört. Seine nächsten Verwandten sind der Zigarrenhai (Isistius brasiliensis) und der Scholokadenhai (Dalatias licha) sind. Angesichts der Nabelschramme auf dem Rumpf des gefangenen Mini-Hais kamen die Forscher zu dem Schluss, dass das ein lebendgebärender Fisch ist, wie auch alle Dalatiidae-Haie.

    Über die Besonderheiten des Verhaltens und das Fressverhalten dieser Fische ist so gut wie nichts bekannt. Zudem ist unklar, wo sie eigentlich leben, denn die zwei Orte, wo die beiden den Menschen bekannten Haie gefangen wurden, liegen weit auseinander.

    Auf der Suche nach dem „Satan“

    In verschiedenen Museen weltweit gibt es insgesamt 14 Exemplare des sehr selten vorkommenden nordamerikanischen Süßwasserwelses (Satan eurystomus), der auch als „Satanfisch“ bekannt ist. Forscher haben seit 1984 keinen einzigen Fisch dieser Art mehr gesehen, und in der freien Wildbahn konnte ihn niemand beobachten.

    ​Der Grund dafür ist, dass der Satanfisch an einem einzigen Ort auf der ganzen Erde lebt: in artesischen Brunnen unweit von San Antonio (US-Bundesstaat Texas). Entdeckt wurde diese Fischart noch im Jahr 1947, aber alle Kenntnisse über sie beschränken sich auf die äußere Beschreibung: Der Satanfisch ist 13 Zentimeter lang, hat keine Augen und eine durchsichtige Haut. Er hat einen Knorpelschädel und eine kleine Schwimmblase.

    2017 haben Ichthyologen von der Texas University (Austin) die Suche nach dem Satanfisch begonnen, die jedoch vorerst erfolglos geblieben ist.

    Unauffindbare südafrikanische Fliegen

    Die Situation um die erst unlängst als neue Fliegenart anerkannten Wollschweber (Marleyimyia xylocopae) ist gerade umgekehrt. Es gibt viele Bilder von ihnen, aber die Forscher haben bisher kein einziges Insekt (ob lebendig oder tot) in den Händen gehalten. Deshalb wurde diese Fliegenart zum ersten Insekt weltweit, dessen Aussehen nur anhand von einigen hochaufgelösten Fotos  beschrieben wurde.

    Eigentlich ist für die Anerkennung einer neuen Tierart nicht nur die Beschreibung, sondern auch ein Holotyp erforderlich – ein typisches Exemplar des bislang unbekannten Tieres. Solche Holotypen werden später in öffentlichen Sammlungen (Museen, Universitäten) aufbewahrt und sind üblicherweise für alle Menschen zugänglich, die sie besichtigen oder untersuchen wollen.

    Experten untersuchen die Wollschweber schon seit mehreren Jahrzehnten, konnten aber nie eine solche Fliege fangen bzw. tot auffinden. Bekannt ist lediglich, dass sie auf dem Territorium der Südafrikanischen Republik heimisch sind und überwiegend am helllichten Tag aktiv sind.

    Mit Bart und Streifen – und unfassbar

    Das Annamitische Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi)
    Das Annamitische Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi)

    2015 konnte die Forscherin Sarah Woodfin von der University of East Anglia ein Annamitisches Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi) fotografieren – ein Tier, von dem die Welt erst 1996 erfahren hatte. Damals hatte der britische Zoologe Rob Timmins auf einem Markt in Laos drei kleine gestreifte Felle entdeckt, die von einem bis dahin unbekannten Hasentier stammten. Zwar wurde dieses neue Tier drei Jahre später im Fachmagazin „Nature“ zum ersten Mal ausführlich beschrieben, aber niemand konnte Bilder von ihm machen.

    Aber 16 Jahre später hat Sarah Woodfin den neuen Hasentyp nicht nur gesehen, sondern auch in die Hand genommen und vermessen. Es stellte sich dabei heraus, dass das Annamitische Streifenkaninchen etwas größer ist, als man früher gedacht hatte. Es hat ziemlich kurze Ohren, ein graues Fell und dunkelbraune und schwarze Streifen auf beiden Seiten und auf der Schnauze. Sein Bauch ist weiß und seine Blume (sein Schwanz) rot.

    Annamitische Streifenkaninchen sind in Vietnam und Laos zu Hause – in feuchten Wäldern in den Annamitischen Bergen. Über ihr Verhalten und ihre Fressgewohnheiten ist kaum etwas bekannt. Äußerlich sind sie Streifenhasen (Nesolagus netscheri) – einer anderen seltenen Tierart – ähnlich. Allerdings unterscheiden sich die beiden schon seit etwa acht Millionen Jahren voneinander.

    Blutsaugendes Baumhörnchen

    Das erste Video des Borneo-Hörnchens (Rheithrosciurus macrotis) – eines Säugetiers mit dem pelzigsten Schwanz in der Welt (dieser ist um ein Drittel länger als der ganze Körper des Tieres), konnte erst im Jahr 2015 betrachtet werden. Zu diesem Zweck hatte ein Forscherteam insgesamt 35 Videokameras an verschiedenen Orten des Nationalparks Gunung-Palung auf der Insel Borneo (Indonesien) aufgestellt. Nach mehreren Wochen geriet ein Baumhörnchen ins Objektiv. Das im infraroten Spektrum gedrehte Video war bzw. ist nur 16 Sekunden lang.

    Das Borneo-Hörnchen ist der am wenigsten erforschte Vertreter der Hörnchen-Gattung. Es lebt nur auf der Insel Borneo, und man bekommt es in der freien Wildbahn kaum zu Gesicht. Einheimische halten das kleine Tier für einen Vampir. Von einem Baum soll es sich auf den Rücken des Waldhirschs fallen lassen und die Hauptschlagader durchbeißen.

    Forscher wissen immer noch nicht, womit sich das Borneo-Hörnchen ernährt. Höchstwahrscheinlich ernährt es sich mit Nüssen, Früchten, kleinen Vögeln und Wirbellosen.

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    Tags:
    Eichhörnchen, Satan, Untersuchung, Forschungen, Museen, Fischarten, Fliegen, Hai, Tierart, Sowjetunion, Pazifischer Ozean, Golf von Mexiko, Südafrika, USA