18:18 18 April 2019
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    Wal-Gefängnis in einer Bucht in der fernöstlichen Region Russlands Primorje

    Drama um „Wal-Gefängnis“ in Russland: Wie können 100 seltene Tiere gerettet werden?

    © Sputnik / Witali Ankow
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    Seit Monaten vegetieren ca. einhundert Wale in engen Gehegen in der fernöstlichen Region Primorje. Die Geschichte ist bereits international bekannt geworden. 90 Belugas und 11 Orcas wurden unter dem Deckmantel der Wissenschaft gefangen und sollten an Delfinarien in China verkauft werden. Der Deal sollte den Kommersanten Millionen US-Dollar bringen.

    Die Tiere wurden in einer Bucht südlich der russischen Hafenstadt Wladiwostok untergebracht – genau wurden sie dann von Tierschützern entdeckt. Der Transfer der Tiere wurde von russischen Behörden jedoch gestoppt. Bei der Rettungsaktion schaltete sich sogar der Sohn des weltbekannten Ozeanografen, der französische Meeresforscher Jean-Michel Cousteau, ein. Präsident Wladimir Putin hat die Situation unter seine besondere Kontrolle genommen.

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    Die Wale brauchen dringend Hilfe, ansonsten ist ihre Überlebensprognose gering, denn das „Gefängnis“ ist für die Überwinterung nicht geeignet. Doch wie genau das passieren soll, scheint bislang noch unklar zu sein.

    Russlands Umweltministerium hat eine Kommission aus zwölf Experten zusammengestellt, die eine Roadmap für die Auswilderung der Wale in ihre natürliche Umgebung entwickeln soll. Dafür hat eine Arbeitsgruppe am heutigen Donnerstag mit der Untersuchung der Meeressäuger begonnen und Blutproben bei ihnen genommen, um ihren Gesundheitszustand genauer zu prüfen. 

    Sollten Krankheiten entdeckt werden, bekommen die Wale eine entsprechende Behandlung. Die Entscheidung über die Rettungsmethode wird demnach zu jedem Tier einzeln getroffen. Auf jeden Fall werden alle Tiere gechippt, damit ihr Schicksaal nachverfolgt werden kann.

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    • Orcas und Belugawale im Gefängnis in der Region Primorje
      Orcas und Belugawale im "Gefängnis" in der Region Primorje
      © Sputnik / Witali Ankow
    • Orcas und Belugawale im Gefängnis in der Region Primorje
      Orcas und Belugawale im "Gefängnis" in der Region Primorje
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    Orcas und Belugawale im "Gefängnis" in der Region Primorje

    Innerhalb der vergangenen fünf Jahre wurden insgesamt 15 auf der Roten Liste stehende Orcas aus Russland illegal nach China verkauft. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Wladiwostok hat Unregelmäßigkeiten in der Tätigkeit des Fischereiministeriums, das die Genehmigung für den Fang ausgestellt hat, und der Unternehmen, die die Wale gefangen haben, aufgedeckt. Es wurde ein Verfahren wegen illegalen Fangs und der Misshandlung von Tieren eingeleitet.

    Nach den Angaben der Ermittler handelt es sich bei den elf Orcas und 13 Belugawalen um Kälber, die restlichen Belugas haben die Geschlechtsreife noch nicht erreicht. Der Fang von Kälbern unter einem Jahr ist in Russland sogar für Wissenschaftszwecke verboten.

    Vor kurzem waren zwei Belugas und ein Orca aus dem „Gefängnis“ verschwunden. Höchstwahrscheinlich sind sie verendet.

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    Tags:
    Tierschutz, illegaler Handel, Belugas, Orcas, Wahlgefängnis, Wladimir Putin, Jean-Michel Cousteau, Primorje, Russland