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10:44 13 November 2019
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    Proteste gegen Brexit in London am 23. März

    Münz-Malheur: Versilberte Brexit-Panne

    © REUTERS / Marc Jones
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    Opfer der Serie von Pannen um den Brexit ist nun auch die 1100 Jahre alte Institution „The Royal Mint“ geworden: Die Königliche Münzprägeanstalt Großbritanniens sitzt auf 50-Pence-Münzen mit dem Brexit-Datum. Dem 29. März. Richtig: Es ist das falsche Datum. Denn während die Geldstücke in der Presse waren, bat London die EU um Austrittsaufschub.

    Pünktlich zum Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, sollte eine Spezialprägung des denkwürdigen Tages auf den Markt kommen. Finanzminister Philip Hammond hatte bereits im vergangenen Jahr eine 50-Pence-Münze mit dem Datum des Brexits angekündigt. Ein „Schub für den Brexit“ würde die Sonderprägung sein, orakelte die Zeitung „Sun“ und auch in der Liga konservativer Brexit-Befürworter herrschte bezüglich der Münze Hochstimmung. 

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    Die Münzen sind nun da, der Austrittszeitpunkt — nicht.

    Boulevardpresse wie Hardliner haben einen Nasenstüber erhalten, registriert die oppositionelle Labour-Partei genüßlich: "Ist es das, was der Finanzminister meint, wenn er sagt, wir gewinnen mit dem Brexit die Kontrolle über unser Geld zurück?", denn der Vorfall stehe symbolisch für das Versagen der britischen Regierung beim Brexit, zitiert SPON die Abgeordnete Mary Creagh. Zerknirscht konstatiert die Boulevard-Presse "Dieser Schnitzer ist eine große Peinlichkeit für das Finanzministerium".

    Zumindest passt sie ins Pannenbild: Zweimal ist der von Premierministerin Theresa May und Brüssel  ausgehandelte Vertragsentwurf zum EU-Austritt bei den britischen Parlamentariern durchgefallen. Am Dienstag gibt es möglicherweise einen neuen, dritten Anlauf im Unterhaus. Fraglich ist aber auch dieses Mal, ob überhaupt eine Mehrheit für den Deal in Sicht ist. Es heißt, Kabinettsmitglieder planen schon die Ablösung Mays; und heute ist Sitzung.

    Die Entscheidung über die Streichung des 29. März als Austrittsdatum steht im Parlament für Mittwoch oder Donnerstag an.

    Diese kommt für die Münzprägeanstalt zu spät: Die „Royal Mint“ sitzt bereits auf etlichen Exemplaren der Gedenkmünzen mit falschem Jubel-Datum.

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    Es wird davon geredet, die produzierten Geldstücke einzuschmelzen. Finanzminister Hammond ist dagegen: In einer BBC-Show am vergangenen Wochenende prognostizierte er, die Münzen würden irgendwann einen großen Sammlerwert haben, als normales Zahlungsmittel seien sie ohnehin nicht gedacht gewesen. Doch plane er bereits Geldstücke mit dem korrekten Brexit-Datum. Angesichts der in dieser Woche anstehenden Parlamentsdebatten ist allerdings fraglich, ob die Münzpressen dafür überhaupt in Gang gebracht werden müssen.

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    Tags:
    Münze, Gedenken, Austritt, Brexit, The Royal Mint, Großbritannien