14:21 19 April 2019
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    Insekten (Symbolbild)

    „Massenmord“ an Insekten in Deutschland – Windkraft schuld

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    Im Zeitraum von April bis Oktober fallen in Deutschland jeden Tag Milliarden Insekten den Windkraftanlagen zum Opfer. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hervor, deren Ergebnisse im Magazin „Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ veröffentlicht wurden.

    Nach der DLR-Modellrechnung belaufen sich die Gesamtverluste auf 1200 Tonnen pro Jahr, beziehungsweise etwa 5-6 Milliarden Insekten pro Tag. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, die Zusammenhänge  von  Insektenmigration  und  Windparkbetrieb besser als bisher zu verstehen und zeitnah schadensbegrenzende Maßnahmen zu ergreifen, heißt es.

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    Die zuständigen Experten, Franz Trieb vom DLR in Stuttgart, Thomas Gerz vom DLR in Oberpfaffenhofen und Matthias Geiger vom Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere in Bonn verweisen aber auch darauf, dass sie die Folgen der Verluste für die gesamte Insektenpopulation nicht genau einschätzen können.

    Der Bundesverband Windenergie sieht die DLR-Studie kritisch. „Windenergie erzeugt Strom, ohne CO2 und andere Emissionen auszustoßen, welche als essenzielle Gefährdung für die Insektenpopulationen anerkannt sind”, zitieren deutsche Medien Geschäftsführer Wolfram Axthelm. In Deutschland seien durch die Windenergie allein im vergangenen Jahr CO2-Emissionen in Höhe von 172 Millionen Tonnen eingespart worden. Windenergieanlagen seien im Zusammenhang mit der Artenentwicklung von Insekten also als Problemlöser zu verstehen, nicht als Problemursache, so Axthelm.

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    Auch aus Sicht der Naturschützer ist die Analyse begrenzt relevant. Laut Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wäre es „völlig an den Haaren herbeigezogen, eine nennenswerte Gefährdung von Insektenpopulationen durch Windräder abzuleiten“. Allein in deutschen Wäldern würden jedes Jahr 400.000 Tonnen Insekten von Vögeln gefressen.

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    Tags:
    Windkraftanlagen, Naturschutz, Insekten, Tod, Deutschland