14:42 19 April 2019
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    Polizei nach dem Attentat in Christchurch, Neuseeland

    Christchurch-Attentäter spendet für österreichische „Identitäre“

    © AP Photo / Mark Baker
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    Im Zusammenhang mit dem tödlichen Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland hat es in Österreich eine Wohnungsdurchsuchung bei dem Sprecher der rechtsextremen Identitären Bewegung, Martin Sellner, gegeben. Das schreibt am Dienstag die Kleine Zeitung.

    Der Grund dafür: Sellner soll eine Spende in Höhe von rund 1500 Euro von dem mutmaßlichen Christchurch-Attentäter erhalten haben.

    Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, wurde die Spende bereits Anfang 2018 getätigt und fiel im Laufe der bisherigen Ermittlungen wegen des Verdachts von Sellners Finanzvergehen auf, da sie höher war, als andere Geldspenden.

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    Diese stammte demnach von einer E-Mail-Adresse, die zum Namen des rechtsextremen Attentäters passte.

    Sellner bestätigte in einem selbst gedrehten Video, dass seine Wohnung wegen einer „unverhältnismäßig hohen Spende” durchsucht worden sei. Gegen ihn werde wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt.

    Er habe keinen Kontakt zu dem 28-jährigen Täter gehabt, so Sellner.

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    Im neuseeländischen Christchurch war es am 15. März zu bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen gekommen. Die Tat hatte der Rechtsextremist mit einer Helm-Kamera live ins Internet übertragen. Zuvor hatte der Schütze ein Manifest veröffentlicht, in dem er zum Mord an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem Bürgermeister von London, Sadiq Khan, aufrief. Der Attentäter von Neuseeland war offenbar ein aktiver Nutzer des Netzwerkes Twitter sowie anderer Online-Plattformen, auf denen er zahlreiche rechtsextreme Botschaften publizierte. So soll er Verehrer des norwegischen Attentäters Anders Breivik gewesen sein und scharf den Islam und die Immigration kritisiert haben.

    Der mutmaßliche Attentäter sitzt nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf zwei Moscheen, bei dem mindestens 50 Menschen starben, in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslange Haft wegen vielfachen Mordes.

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