16:44 22 April 2019
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    Messerschmitt Me-163

    Messerschmitt M 163: Forscher zerstören einen Mythos über „Wunderwaffe“ der Nazis

    © Foto: Public Domain/US Air Force
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    Forscher vom Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT) haben nun ein ganzes Flugzeug geröntgt – eine historische Messerschmitt Me 163. Die Ergebnisse zeigen, dass die Konstruktion des einzigen in Serie hergestellten Abfangjägers mit Raketentriebwerk für die Piloten der Nazi-Luftwaffe extrem gefährlich war. Darüber schreibt „die Welt“.

    Demnach sollen sich die Forscher das im Deutschen Museum ausgestellte Exemplar des Flugzeugs Messerschmitt Me 163 ausgeliehen und auf einem riesigen Drehteller in einer 14 Meter hohen Experimentierhalle durchleuchtet haben.

    Das Kuratorenteam des Deutschen Museums für den Bereich Historische Luftfahrt, Andreas Hempfer und Felix Wander, hätte die Röntgenstudie initiiert, um neue Erkenntnisse zur Geschichte der Me 163 zu erhalten. Und die hätten tagelange XXL-Röntgenscans tatsächlich liefern können. So würden sich etwa mithilfe der Röntgenaufnahmen originale von ersetzten Bauteilen unterscheiden lassen.

    Die CT-Scans hätten insbesondere offenbart, dass viele Komponenten der Me 163 aus Holz oder minderwertigen Materialien gefertigt worden seien. Durch die rein auf Geschwindigkeit und Steigleistung ausgelegte Konstruktion sei die Maschine extrem gefährlich für die eigenen Piloten gewesen, folgern die Forscher. Bei Betankung, Start und Landung ohne richtiges Fahrgestell hätten die Raketentreibstoffe leicht explodieren können.

    „Wir möchten die bis heute verbreiteten Mythen über deutsche Flugzeuge und Flugkörper aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs widerlegen“, sagt Andreas Hempfer. Die Me-163-Jäger seien letztlich ein Ausdruck der Hybris und Verzweiflung von Ingenieuren und NS-Funktionären gewesen, so Hempfer.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Erst auf Balkan, dann vor Berlin: US Air Force bekämpft die Sowjets – nicht die Nazis

     

     

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