08:16 24 April 2019
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    Africom-Kommandeur Thomas Waldhauser

    Libyen-Kämpfe: USA bringen ihre Truppen in Sicherheit – VIDEO

    © AFP 2019 / SAUL LOEB
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    Wegen der bewaffneten Gefechte in Libyen ziehen die USA ihre Soldaten aus dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland ab. Das Oberkommando der US-Streitkräfte für Afrika (Africom) begründet den Abzug mit Sicherheitsbedenken.

    Das Kontingent der US-Streitkräfte, die das Africom unterstützen, sei als Reaktion auf die Verschlechterung (…) der Sicherheitslage vorübergehend aus Libyen verlegt worden, teilte Africom auf Twitter mit.

    „Wir werden die Situation vor Ort verfolgen und die Möglichkeit der Wiederherstellung der US-Militärpräsenz – je nach den Umständen – einschätzen“, hieß es.

    „Die Sicherheitslage in Libyen wird immer komplizierter und unkalkulierbarer“, erläuterte seine Entscheidung der Oberbefehlshaber von Africom, Thomas D. Waldhauser.

    In den sozialen Medien kursiert ein Video, das den Abzug der US-Soldaten zeigen soll:

     

     

    Die Libysche Nationalarmee (LNA), die den Osten des Landes kontrolliert, hatte am Donnerstag auf Befehl ihres Kommandeurs Khalifa Haftar eine Offensive auf Tripolis zur „Befreiung von Terroristen“ begonnen. Laut Sputnik-Informationen konnte die Armee von Haftar südwestliche Teile von Tripolis kampflos einnehmen, darunter Jansur und Al-Swani sowie den internationalen Flughafen Tripolis. Der Bürgermeister der libyschen Stadt Garjan, die südlich der Hauptstadt Tripolis liegt, teilte Sputnik mit, dass seine Stadt ohne Kämpfe von der LNA  besetzt worden sei.

    Der LNA-Sprecher Ahmed al-Mismari teilte am Freitag mit, dass die Armee von Haftar die Offensive auf Tripolis gleichzeitig aus mehreren Richtungen führe, allerdings hätten Haftars Truppen die Hauptstadt selbst noch nicht betreten.

    Die regierungstreuen Streitkräfte begannen am Sonntag eine Gegenoffensive gegen die LNA.

    In Libyen war es im Februar 2011 zu einem bewaffneten Aufstand gekommen, der mehrere Monate dauerte. Staatschef Muammar al-Gaddafi, der 42 Jahre lang geherrscht hatte, wurde von den Aufständischen gefasst und unter ungeklärten Umständen getötet. Die Nato, die von März bis Oktober Ziele in Libyen bombardierte, hatte den Rebellen beim Umsturz geholfen.

    Seitdem steckt das nordafrikanische Land im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt: Der Westen des Landes wird von der Regierung al-Sarradsch kontrolliert, im Osten hat das vom Volk gewählte Parlament das Sagen, das mit der Libyschen Nationalarmee kooperiert. Viele Gebiete stehen unter Kontrolle lokaler Milizen, die sich gegenseitig bekriegen.

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    Tags:
    Sicherheitsgründe, verlegen, US-Streitkräfte, Militärpräsenz, Libysche Nationalarmee LNA, AFRICOM, RIA Novosti, Thomas D. Waldhauser, Fayez al-Sarraj, Ahmed al-Mismari, Khalifa Haftar, Libyen, USA