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02:40 13 November 2019
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    die Farben der LGBT-Gemeinschaft (Archiv)

    Erstes Urteil gegen Diskriminierung von Transgender in Russland

    © AFP 2019 / YASUYOSHI CHIBA
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    Ein Gericht in St. Petersburg hat die Kündigung einer Transgender-Frau nach deren Geschlechtsoperation als rechtswidrig anerkannt. Die Frau hatte in einer Buchdruckerei gearbeitet. Das teilte eine LGBT-Gruppe, die die Interessen der Betroffenen verteidigte, via soziale Netzwerke mit.

    Anastassija Wassiljewa, so heißt die Betroffene jetzt, hat vor der Operation als Buchdrucker gearbeitet. Dieser Beruf steht auf der Liste der 456 Berufe, die in Russland für Frauen verboten sind. Dies soll auch als Hauptgrund für ihre Entlassung angegeben gewesen sein. 

    Eine vom Gericht verordnete medizinische Untersuchung zeigte, dass die Klägerin ihrem Beruf gerecht wird und keine ärztlichen Bedenken dagegen bestehen. Das Gericht beschloss demnach, dass die Klägerin nun wiedereingestellt werden muss sowie ihr Arbeitgeber ihr 10.000 Rubel (etwa 135 Euro) Schmerzensgeld und 1,85 Millionen Rubel (etwa 24.700 Euro) Gehalt für unverschuldeten Arbeitsausfall zahlen muss. 

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    Das Verfahren dauerte knapp zwei Jahre lang. Die Gerichtsentscheidung tritt nach der Berufungsnachprüfung in Kraft. Das ist die erste Gerichtsentscheidung dieser Art in Russland. 

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    Eine Liste von 456 Berufen aus 38 Bereichen, die Frauen nicht ausüben dürfen, gilt in Russland seit 1974. Die Vereinten Nationen haben das Dokument schon mehrmals als benachteiligend für Frauen kritisiert.

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    Tags:
    Benachteiligung, Minderheit, Beruf, Transgender, Diskriminierung, Gericht, Frauen, Russland