SNA Radio
    Sonne (Symbolbild)

    Überdosis Vitamin D – Mann erleidet Nierenversagen

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    171376

    Bei einem 54 Jahre alten Patienten aus Kanada sind aufgrund einer Überdosis an Vitamin D schwere Nierenschäden entstanden. Er hatte zuvor ausgiebig in den Tropen in der Sonne gelegen und Vitamin-D-Präparate eingenommen, berichten Heilpraxisnet.de sowie die Zeitung „Heute“.

    Untersuchungen haben ergeben, dass viele Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche in Deutschland einen erniedrigten Vitamin-D-Wert haben. In vielen Fällen wird nach ärztlicher Abklärung bei einem Mangel die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nahe gelegt. Jedoch greifen manchmal auch Menschen zu derartigen Präparaten, die diese eigentlich nicht benötigen. Bei einem Fall aus Kanada führte dies gar zu einem Nierenversagen.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Forscher finden Arznei gegen Bluthochdruck in Nahrungsmittelzusatz<<<

    Vitamin D wird vom menschlichen Körper zu 80 bis 90 Prozent durch die Sonne gebildet und daher auch als Sonnenvitamin bezeichnet. Eine besonders große Rolle dabei spielen UVB-Strahlen, die auch für die Bräunung der Haut verantwortlich sind. Eigentlich ist Vitamin D kein Vitamin, sondern ein Hormon. Zusammen mit Kalzium trägt Vitamin D zur Knochengesundheit bei und ist bei der Zahnentwicklung entscheidend. Auch beim Mineralstoffwechsel und der Muskelfunktion hat es eine wichtige Funktion. Zudem konnte belegt werden, dass es positive Auswirkungen auf das Immunsystem hat. Durch Sonnenexposion allein kann keine Vitamin D Überdosis entstehen.

    In Kanada soll ein Mann nach Rückkehr aus Südostasien stark erhöhte Kreatininwerte gehabt haben, was auf Nierenschäden hinweist. Der 54-jährige soll sich während seines Urlaubs viel in der Sonne aufgehalten haben. Darüber hinaus seien ihm von einem Naturheilkundler hohe Dosen Vitamin D verschrieben worden. Er habe im Zeitraum von 2,5 Jahren täglich 8-12 Tropfen Vitamin D zu sich genommen, wodurch der Kalziumspiegel im Blut stieg und schließlich die Nieren geschädigt wurden. Dabei habe er weder an einem Vitaminmangel gelitten, noch einen Knochenschwund aufgewiesen.

    Zwar kommen laut Dr. Bourne Auguste vom Toronto General Hospital und der University of Toronto Überdosierungen von Vitamin D nicht häufig vor. Da allerdings verschiedene Präparate ohne Rezept erhältlich seien, bestehe ein Risiko für uninformierte Personen.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Durch Kakao gezogen: Beliebtes Kindergetränk mit Mineralölrückständen belastet – Test<<<

    Grundsätzlich sollten Vitamin-D-Präparate nie auf Verdacht eingenommen werden, sondern erst, wenn ein Mangel durch einen Arzt nachgewiesen werden konnte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Überdosis, Sonne, Körper, Deutschland, Untersuchungen, Vitamin D, Kanada