15:43 18 Juni 2019
SNA Radio
    German Defense Minister Ursula von der Leyen

    Von der Leyen will kräftig aufrüsten

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Panorama
    Zum Kurzlink
    8221170

    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht massiven Nachholbedarf bei der Bundeswehr und will die Truppe signifikant aufrüsten.

    Wie von der Leyen der „Bild am Sonntag“ erklärte, will sie die Anschaffung von 136 neuen Panzern und 25 Fluggeräten für die Bundeswehr durchbringen. Dieser Nachholbedarf ergebe sich, weil man die Bundeswehr „über 25 Jahre kleingespart“ habe.

    „2019 kommen 67 Schützenpanzer Puma, 51 Radpanzer Boxer, 16 Transportpanzer Fuchs, zwei Brückenlegepanzer Leguan, zehn Transporthubschrauber, sieben A400M, fünf Eurofighter, drei Marinehubschrauber Sea Lion, 3550 Nachtsicht-Brillen, eine Fregatte 125“, sagte von der Leyen.

    „Wir modernisieren eine über 25 Jahre kleingesparte Bundeswehr Schritt für Schritt. Der Nachholbedarf ist riesig.“

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Bundeswehr bekommt Militärrabbiner<<<

    Ihre bisherige Amtsbilanz sieht von der Leyen dabei positiv, schließlich habe sie innerhalb von fünf Jahren „mehr als 300 Panzer, 93 Hubschrauber, 1800 militärische Fahrzeuge, 26 Transportflugzeuge A400 M und 15 weitere Eurofighter“ angeschafft.

    Für das laufende Jahr wolle sie mit Milliardenaufträgen die Truppe unter anderem mit persönlicher Ausrüstung ausstatten: „Da ist alles dabei vom Kampfanzug über neue Helme bis zu Rucksäcken.“

    Des weiteren sollen Panzer, Mehrzweckkampfschiffe und die Raketenabwehr angeschafft oder modernisiert werden.

    Dennoch, trotz dieser positiv klingenden Erklärungen, wurde die Ministerin ausgerechnet aus den Reihen der Bundeswehr scharf kritisiert.

    Der ehemals wichtigste militärische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Erich Vad, erklärte ebenfalls gegenüber der „Bild am Sonntag“:

    „Oben an der Spitze der Bundeswehr sitzt eine Ministerin, die führen will, aber vor allem sich selbst verteidigen muss. Und der Apparat macht derweil, was er will, nach dem Motto: egal, wer,unter uns‘ Minister ist. Und das geht gar nicht!“

    Die Bundeswehr sei daher nichts anderes als eine „überbürokratisierte Mammutbehörde“.

    „Ein hoher Grad an Anpassungsbereitschaft, Absicherungsmentalität, Schönrederei und Duckmäusertum ist unübersehbar. Die Bundeswehr hat in der Tat ein Führungsproblem! Die militärische Führungskultur ist weit entfernt von dem eigentlichen Daseinszweck von Streitkräften, dem Kampfeinsatz“, so Vad.

    Auch gesellschaftliche Umfragen ergeben für von der Leyen ein eher düsteres Bild. Demnach glaubt nur noch eine Minderheit der Deutschen, dass von der Leyen die Bundeswehr modernisieren kann. Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage für das Blatt sind es nur 23 Prozent der Befragten.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: „Justizministerin fällt der Bundeswehr in den Rücken“: FDP empört über „RT“-Interview<<<

    Gleichzeitig sollen 61 Prozent der Befragten angegeben haben, dass die Bundeswehr mehr Geld bekommen sollte, nur 28 Prozent seien dagegen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Aufrüstung, Panzer, Rüstungsausgaben, Bundeswehr, Ursula von der Leyen, Deutschland