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18:55 17 August 2019
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    Im Notfall: Astronauten haben 15 Minuten Zeit für Rettung im russischen ISS-Segment

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    Der russische Raumfahrtkonzern „RKK Energija“ hat für den Fall eines Drucksturzes des US-Thermomanagementsystems auf der Internationalen Raumstation ISS ein System entwickelt, das die Luft von Ammoniak reinigen soll.

    Laut der Fachzeitschrift „Kosmitscheskaja Technika i Technologii“ (dt: Weltraumtechnologien) wird die amerikanische Besatzung jedoch nur etwa 15 Minuten Zeit haben, um sich in Sicherheit zu bringen.

    „Bei einer Dekompression des Wärmetauschers zwischen den externen und internen Kreisläufen (…) unter der Bedingung eines relativ schnellen Übergangs zum Servicemodul des russischen Segments der ISS (circa 10-15 Minuten) kann die amerikanische Besatzung gerettet werden“, so das Magazin.

    Bemerkenswert ist, dass RKK Energija das aus einem Mikrokompressor AFOT-M und einem Ammoniakfilter FTD-A bestehende Filtrationssystem im Rahmen eines Vertrags mit der Nasa entwickelt hatte.

    Experten zufolge soll das System in der Lage sein, das gesamte Volumen des russischen Stationssegments, abgesehen vom multifunktionalen Labormodul (MLM, das 2020 in Betrieb genommen werden soll), in etwas mehr als acht Stunden zu reinigen.

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    Die Entwickler behaupten, dass bei einer Dekompression des Wärmetauschers im amerikanischen Segment ein Gemisch aus Wasser und Ammoniak in die Stationsatmosphäre eindringen werde. Die dortige Konzentration der Substanz würde dann 28.000 Milligramm pro Kubikmeter erreichen, was den für Menschen kritischen Wert um das 40- bis 80-Fache übertreffe.

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    Tags:
    Astronauten, Internationale Raumfahrtstation (ISS), Weltraum