15:58 22 April 2019
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    Julian Assange nach seiner Festnahme in der Botschaft von Ecuador

    Ecuador: Über 40 Millionen Cyberattacken nach Zuflucht-Entzug für Assange

    © REUTERS / Henry Nicholls
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    Mehr als 40 Millionen Cyberangriffe sind laut Medien in Ecuador registriert worden, nachdem die Landesbehörden entschieden hätten, dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange die Zuflucht zu entziehen. Dies meldete das Ministerium für Telekommunikation der Republik.

    „Es gab so viele Angriffe auf Ecuador, dass wir am Nachmittag des 11. April vom Platz 51 auf den Platz 31 im Ranking der Länder nach der Zahl von Cyperattacken hochgerutscht sind“,  führt die Behörde die Worte des Vize-Ministers für Telekommunikation, Patricio Real, an.

    Nach seinen Angaben seien den Hackerangriffen das Außenministerium, die Zentralbank, die Administration des Präsidenten, das Innenministerium sowie eine Reihe anderer Behörden und Universitäten ausgesetzt gewesen.

    Wie der Politiker betonte, hätten viele Länder Ecuador ihre Unterstützung bei der Abwehr dieser Angriffe angeboten. „Zu diesem Zeitpunkt ist kein Hilfsangebot angenommen worden, weil der Grad des Computer-Schutzes ausreichend ist“, ergänzte man im Ministerium.

    Assange hatte 2006 die unabhängige Plattform WikiLeaks gegründet, auf der geheime Informationen über die Tätigkeit einer Reihe von Regierungen – darunter der USA – veröffentlicht wird. Wegen der gegen ihn in Schweden erhobenen Beschuldigungen sexueller Belästigungen hatte er 2012 um Zuflucht in der Botschaft von Ecuador in London gebeten, wo er sich im Laufe von fast sieben Jahren befand. Das südamerikanische Land hatte am 11. April den weiteren Aufenthalt für ihn verweigert, wonach Assange von der Polizei wegen seines Nichterscheinens vor einem Londoner  Gericht aufgrund einer Verfügung von 2012 und dann auch wegen des Auslieferungsantrages der USA von 2017 festgenommen worden war.

    Der Gründer von WikiLeaks fürchtet, dass ihm im Fall einer Auslieferung bis zu 35 Jahre Haft oder gar die Hinrichtung drohen können. Allerdings behauptet das US-Justizministerium, dass er nur mit fünf Jahren Freiheitsentzug für seine Hackertätigkeit bestraft werden könne.

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    Tags:
    Freiheitsentzug, Auslieferung, Hackerangriffe, entziehen, Zuflucht, Cyberattacken, Zentralbank Ecuadors, Außenministerium Ecuadors, Ministerio de Telecomunicaciones y de la sociedad de la Informacion, Patricio Real, Julian Assange, London, Ecuador