08:43 24 April 2019
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    Gericht: Bezahlter Sonderurlaub für fünftägigen Yogakurs möglich

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    Als berufliche Weiterbildung sei jetzt auch ein Yoga-Kurs möglich, denn der Begriff sei weit auszulegen. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg bejahte den Anspruch eines Arbeitnehmers für einen Volksschulkurs als Bildungsurlaub.

    In der Gerichtsentscheidung ging es um den Kurs „Yoga I – erfolgreich und entspannt im Beruf mit Yoga und Meditation“. Dieser erfülle die Voraussetzungen gemäß Paragraph 1 des Berliner Bildungsurlaubsgesetzes und danach reiche es, wenn eine Veranstaltung entweder der politischen Bildung oder der beruflichen Weiterbildung diene. „Berufliche Weiterbildung“ sei weit zu verstehen. Hiernach solle unter anderem die Anpassungsfähigkeit und Selbstbehauptung von Arbeitnehmern unter den Bedingungen fortwährenden und sich beschleunigenden technischen und sozialen Wandels gefördert werden. Auch ein Yogakurs mit einem „geeigneten didaktischen Konzept“ könne diese Voraussetzungen erfüllen, hieß es in der Begründung des Gerichts am Dienstag.

    Bildungsurlaub unterliegt keiner bundeseinheitliche Regelung, insofern wird er auch unterschiedlich behandelt: SPON ermittelte, dass es in Bayern und Sachsen keinen Anspruch darauf gäbe. In den anderen Ländern aber seien in der Regel Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft berechtigt, manchmal sogar Auszubildende und duale Studenten sowie Beamte.

    Arbeitnehmer können meist bezahlten Sonderurlaub für bis zu fünf Tage im Jahr beantragen, um an Veranstaltungen der politischen oder beruflichen Weiterbildung teilzunehmen. Das Angebot im Bundesland des Arbeitsplatzes muss staatlich anerkannt sein. Arbeitgeber dürfen Anträge auf Bildungsurlaub allerdings auch unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen, im Öffentlichen Dienst etwa wenn, dringende betriebliche oder dienstliche Gründe entgegenstehen, zum Beispiel bei Personalmangel.

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    Tags:
    Sonderurlaub, Arbeitnehmer, Wirtschaft, Yoga, Bundesarbeitsgericht