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    Senior in einem Lebensmittelgeschäft in Moskau

    Medwedew nennt Zahl der Armen in Russland

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    In Russland leben nach Angaben der Regierung etwa 19 Millionen Menschen, deren Einkommen unter dem Existenzminimum liegt. Das entspricht fast 13 Prozent der Gesamtbevölkerung. Seit 2012 ist die Armutsquote angestiegen. Premierminister Dmitri Medwedew setzt nun auf gezielte Unterstützung von Familien in Armut.

    Heute gibt es in Russland fast 19 Millionen Arme, sagte Medwedew am Mittwoch in der Staatsduma (Parlamentsunterhaus), als er den Rechenschaftsbericht der Regierung für 2018 vorstellte. Der Regierung sei es in den letzten Monaten schon gelungen, die Armutsquote etwas nach unten zu drücken. 

    Im vergangenen Jahr sei der Mindestlohn mehr als verdoppelt und die Gehälter der im Staatssektor Beschäftigten über die Inflationsrate hinaus angehoben worden, berichtete Medwedew. Auch Sozialleistungen seien erhöht worden. „Die Zahl der Armen schrumpfte um 400.000 Menschen.“

    Weil die Armut unterschiedliche Ursachen habe, wolle die Regierung statt Pauschalhilfe künftig gezielt handeln. Das Kabinett erstelle deshalb ein „Register minderbemittelter Familien“, um besonders Bedürftige wirksamer unterstützen zu können. Entsprechende Pilotprojekte liefen schon in acht der 85 russischen Regionen. 

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    Nach Angaben des Statistikamtes Rosstat hatte die Armenquote in Russland im Jahr 2012 mit knapp 11 Prozent (15,4 Millionen Menschen) den tiefsten Stand seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1991 erreicht. Im Jahr 1992 hatten demnach noch mehr als 49 Millionen Russen (ein Drittel der Gesamtbevölkerung) unter der Armutsgrenze gelebt, 2000 waren es 42 Millionen (29 Prozent).

    Der Mindestlohn in Russland beträgt gegenwärtig 11.280 Rubel (knapp 160 Euro) im Monat. Das durchschnittliche Existenzminimum legt die Regierung auf 10.329 Rubel pro Kopf fest.

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    Tags:
    Armut, Dmitri Medwedew, Russland