23:44 20 Juni 2019
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    Die historische Glocke in Sewastopol

    Glocke aus Notre-Dame läutet auf der Krim

    © Sputnik / Michail Mokruschin
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    Nach dem Branddrama in der Notre-Dame hat auf der russischen Schwarzmeerhalbinsel Krim am Dienstag eine historische Glocke zu schlagen begonnen. Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Glocke in Sewastopol hatte viele Jahrzehnte in der Pariser Kathedrale gehangen, die am Montag durch einen Großbrand schwer beschädigt wurde.

    Mit dem Glockenschlag signalisiere die Krim ihre Solidarität mit den Parisern, teilte Pawel Kusenkow, stellvertretender Direktor des Museums Chersones, gegenüber Sputnik mit. Die Glocke habe viele Jahre geschwiegen, der Klöppel sei verschlossen gewesen. Nach dem Drama in Paris habe man den Verschluss entfernt.

    Notre-Dame de Paris nach dem Großbrand
    © Sputnik / Julien Mattia

    „Die Glocke hat 50 Jahre lang in der Notre-Dame gehangen“, sagte Kusenkow weiter. Ein schwerer Brand in der Pariser Kathedrale hatte am Montagabend das beliebteste Wahrzeichen der französischen Hauptstadt schwer beschädigt: Der Spitzturm und das Dach der Notre-Dame brachen zusammen. Die Brandursache ist noch unklar.

    Die etwa 2,5 Tonnen schwere Glocke war 1778 aus türkischen Kanonen gegossen worden, die die russische Armee im Krieg gegen das Osmanische Reich erbeutet hatte. Die Glocke sollte in der St. Nikolaus-Kirche in Sewastopol aufgehängt werden.

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    Im Krim-Krieg von 1853/1856 wurde sie jedoch von französischen Soldaten, damals Verbündete des Osmanischen Reichs, nach Paris verschleppt. Erst 1913 wurde die Glocke in einem Turm der Notre-Dame-Kathedrale entdeckt und noch im selben Jahr auf Beschluss der französischen Regierung an Russland zurückgegeben.

    Seit 1930 befindet sich die Glocke in der Schwarzmeer-Stadt Sewastopol (Krim) und diente zunächst als Schifffahrtszeichen.

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    Tags:
    Brand, Notre-Dame-Kathedrale, Krim