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22:24 20 September 2019
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    US-Präsident Donald Trump

    So verkauft sich Trump: Krawatten, Hochzeitstorte und Riesen-Ego

    © REUTERS / Carlos Barria
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    200.000 Dollar hat Andres Serrano für Trump-Souvenirs ausgegeben. Der New Yorker Künstler präsentiert nun eine aktuelle Austellung mit seiner Devotionaliensammlung „The Game. All Things Trump“ zum US-Präsidenten. In einem Nachtclub, nicht etwa einem Museum. Er sagt: „Die Kunstwelt hat riesige Angst vor Trump.“

    Nippes, der an den US-Präsidenten erinnert, gewissermaßen die Essenz des US-Präsidenten, heruntergebrochen auf einige skurrile Gegenstände: Ein großes „ehrliches“ Portrait von Donald Trump wollte er schaffen mit all diesen Dingen, so der Künstler im Interview mit der Zeitschrift Monopol.

    ​Mit der Fotografie „Piss Christ“ – einem in Urin eingelegten Kruzifix – wurde Serrano Ende der 80er Jahre bekannt – ein Provokateur der Mann. Für seine aktuelle Ausstellung in New York zeigt Serrano nun Memorabilia von Donald Trump, die er allesamt auf Ebay ersteigert hat. Darunter sind Krawatten, das Unternehmer-Parfum „Success“, sein Erfolgs-Duft sozusagen, ein Hochzeitstörtchen von 2005, das große „Ego“-Schild aus Trumps Casino in Atlantic City. Letzteres sei auch sein Lieblingsobjekt. Er habe alle diese Gegenstände wie Kunstwerke behandelt, sagt Serrano gegenüber der Kunstzeitschrift.

    ​Persönlich begegnet sei er dem Präsidenten 2004. Damals habe er ihn für seine Serie „America“ fotografiert – in dem Glauben, dass er den „American Dream“ repräsentiere.

    Die Reaktionen der Besucher auf die aktuelle Ausstellung Serranos seien durchweg positiv: Von Trump-Unterstützern gleichermaßen wie von Gegnern. Ob es eine Pro- oder Anti-Trump-Austellung sei, läßt Serrano offen. Kunst läge immer im Auge des Betrachters und schlüge sich nicht auf eine Seite. Auch seine Arbeit sei offen für Interpretation.

    ​In der Ausstellung seien auch Magazine zu sehen, die Trump-kritische Titel tragen, dennoch hätte der US-Präsident einfach mit seiner riesigen Unterschrift über die Schlagzeilen hinwegsigniert. Der Präsident zeige damit, dass er sich nicht darum kümmert, was über ihn gedacht wird. Das Einzige, was ihn kümmere, sei, dass über ihn gesprochen werde – egal, ob provoziert oder inspiriert, so Serrano.

    ​Die Ausstellung findet in einem ehemaligen Nachtclub statt, einem Members Club. Das würde zu Donald Trump und dem, was ihn ausmacht, passen. Allerdings hätte Serrano die Ausstellung durchaus mehreren Museen vorgeschlagen, aber keiner hätte sie gewollt. Lediglich Dank der Unterstützung der Organisation „a/political“ aus London, die sozial engagierte Kunst fördere, sei die Schau möglich geworden.

    Serrano resümiert, dass sich die Kunstwelt dem Thema Trump nicht stellen wolle. So habe er beobachtet, dass durchaus die Gelegenheit zur Kritik ergriffen würde. Die Institutionen würden nichts verbieten, aber sie würden einen Künstler auch nicht einladen, wenn dessen Thema Trump sei. Die Schau habe es so auch nicht zur kommenden Biennale in Venedig geschafft, obgleich deren diesjähriges Motto durchaus passend gewesen wäre: „May you live in interesting times.“

    Der New Yorker Künstler schließt daraus, dass die Kunstwelt große Angst vor Donald Trump hat. Sie hasse ihn nicht nur, sie fürchte ihn und alles, was mit ihm zu tun habe. Er selbst vertrete aber die Auffassung Marcel Duchamps, wonach alles zu einem Kunstwerk werden könne.

    Nicht nur die Kunstwelt in den USA habe sich verändert, seit Trump an der Macht sei. Vielmehr habe sich die ganze Welt verändert: So habe etwa die staatliche Kunstförderung gelitten, wie vieles andere auch.

    „Trump ist die Antithese zu Obama – die Great White Hope, nach der sie gesucht haben. Ich glaube, dass Menschen nun Dinge fühlen und äußern, die sie sich vorher nicht getraut haben. Das ist die große Veränderung durch Trumps Politik. Amerika ist eine geteilte Nation, wir haben nicht realisiert, wie zerrissen wir sind, aber jetzt sehen wir es“, so Serrano im Interview.

    Bei dem erwähnten Törtchen aus dem Jahr 2005 handelt es sich übrigens um ein Geschenk, das die Gäste auf der Hochzeit von Donald und Melania Trump bekommen hätten: Der „Schokoladen-Trüffel-Kuchen mit Zuckerwatte-Buttercreme-Rose und Goldflocken“ sei in einem Glaskasten verkauft worden und sähe schon deshalb aus wie ein Kunstwerk in einer Vitrine.

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    Tags:
    Ausstellung, Kunst, Souvenirs, Donald Trump, New York, USA