14:34 17 Juni 2019
SNA Radio
    Nach der Explosion in St. Antonius Kirche in Colombo, Sri Lanka

    Blutiger Ostersonntag in Sri Lanka: 215 Tote, 450 Verletzte bei Explosionen in Kirchen und Hotels

    © AFP 2019 / ISHARA S. KODIKARA
    Panorama
    Zum Kurzlink
    214137

    Bei Explosionen in mehreren Kirchen und Hotels in Sri Lanka sind am Ostersonntag mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Über 450 weitere wurden verletzt. Das teilte das lokale Nachrichtenportal Ada Derana unter Verweis auf einen Vertreter der Polizei mit. Staatspräsident Maithripala Sirisena sprach von „Angriffen”.

    Betroffen waren ersten Berichten zufolge drei Kirchen in verschiedenen Teilen des Landes sowie zwei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo, so DPA.

    >>>Neues zum Thema: Anschlagsserie in Sri Lanka – sieben Verdächtige festgenommen, Opferzahl steigt auf 207<<<

    Staatspräsident Maithripala Sirisena sprach von „Angriffen”. Die Streitkräfte und die Polizei würden der „Verschwörung” auf den Grund gehen.

    >>>Neues zum Thema: Nach Anschlagsserie in Kirchen und Hotels: Weitere Detonationen erschüttern Sri Lanka<<<

    Dem TV-Sender News 1st zufolge ist die Opferzahl auf 215 gestiegen. Darunter seien 35 Ausländer. Sie kämen aus den USA, Dänemark, China, Japan, Pakistan, Marokko, Indien und Bangladesch. Mehr als 450 weitere Menschen seien verletzt worden.

    Zuvor war die Rede von mindestens 207 Toten und mehr als 450 Verletzten. Dies meldete das Nachrichtenportal Ada Derana unter Verweis auf einen Vertreter der Polizei.

    >>>Mehr zum Thema: Nach mutmaßlichen Anschlägen in Sri Lanka – Situation vor Ort<<<

    ​Aus Polizeikreisen verlautete, Bombenräumkommandos seien im Einsatz. Eine Explosion habe sich in der St. Antonius Kirche in Colombo ereignet. Es werde versucht, die Opfer in Sicherheit zu bringen. Die beiden Hotels und eine der Kirchen befinden sich in Colombo, die zweite Kirche steht in Negombo nördlich der Hauptstadt.

    ​Sri Lankas Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, schrieb auf Twitter von zahlreichen Opfern, unter ihnen Ausländer. Er rief dazu auf, die Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Medienberichten zufolge trafen die Explosionen unter anderem Ostergottesdienste.

    ​Zu den Vorfällen bekannte sich zunächst niemand. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

    „​Entsetzen über die Nachricht, dass Christen auf Sri Lanka während der Ostermessen angegriffen und getötet wurden”, schrieb der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, am Sonntag auf Twitter. „Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen.”

    ​Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich bestürzt über die Serie von Angriffen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka geäußert und sie aufs Schärfste verurteilt.

    „Diese niederträchtige Tat richtete sich offenbar gezielt gegen Menschen, die sich am Ostersonntag in der Kirchen dem Gebet und der Besinnung widmeten, sowie gegen Reisende. Nichts kann die gezielte Ermordung unschuldiger Menschen rechtfertigen”, so Maas.

    „Deutsche, die sich in Sri Lanka aufhalten, sollten sich von den Anschlagsorten fernhalten und den Anweisungen der Behörden Folge leisten”, so Maas weiter.

    Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts teilte mit, die Situation sei unübersichtlich. „Die Botschaft Colombo bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob Deutsche betroffen sind. Wenn Sie vor Ort sind: Bleiben Sie den Anschlagsorten fern. Folgen Sie Anweisungen der Behörden.”

    ​Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

    Sri Lankas 26 Jahre andauernder Bürgerkrieg war 2009 zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatten für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee besiegte die Aufständischen schließlich mit aller Härte. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

    ​​Dieser Text wird ständig aktualisiert...

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Tote und Verletzte, Hotel, Kirche, Explosionen, Sri Lanka