16:27 22 November 2019
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    Raffinerie in Weißrussland (Archivbild)

    Zollstreit: Weißrussland findet Alternative zum russischen Öl

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    Weißrussland plant laut dem Vizechef des Weißrussischen Ölunternehmens (BNK), Sergej Grib, als Alternative zu den russischen Öllieferungen bis Ende 2019 eine Lieferroute für Öl aus anderen Ländern über das Meer einzurichten.

    „Wir rechnen damit, in diesem Jahr die Lieferungen (von Öl, als Alternative zu dem aus Russland – Anm. d. Red.) in Gang zu bringen“, sagte Grib gegenüber Journalisten.

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    Nach seinen Worten sei man in den baltischen Ländern und in der Ukraine sehr daran interessiert, dass Minsk einen zusätzlichen Öl-Strom durch ihre Häfen führe, denn dies sei für sie ein „zusätzliches Einkommen“.

    Kohle im Hafen (Symbolbild)
    © Sputnik / Konstantin Tschabalow
    Grib erläuterte, dass in diesem Fall alles von den Bedingungen abhängen werde, die die Nachbarländer Weißrussland anbieten würden – für die Umladung und Beförderung von Öl. „Entweder baltische Häfen oder Odessa oder eine Kombination (solcher Lieferungen – Anm. d. Red.). Die Erdölraffinerie (NPS) in Mosyr (eine Stadt im Südosten Weißrusslands) liegt näher zur Ukraine, so dass es durchaus möglich ist, dass das Öl nach Mosyr dann durch die Ukraine geliefert wird. ‚Naftan‘ liegt näher zu den Häfen im Baltikum, also ist es logisch, die Häfen an der Ostsee in Betracht zu ziehen“, sagte der Vizechef von BNK.

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    Er ergänzte, dass in den weißrussischen Erdölraffinerien das Öl beispielsweise aus Aserbaidschan, Saudi-Arabien und Nigeria verarbeitet werden könne. Welche Varianten für die Lieferungen nun konkret von der weißrussischen Seite erwogen werden, hatte er nicht präzisiert.

    Zuvor hatte der Präsident Weißrusslands, Alexander Lukaschenko, erklärt, dass Minsk in dem Fall, sollten Vereinbarungen mit Moskau hinsichtlich einer Entschädigung wegen der Steuermanöver im Öl-Energie-Komplex Russlands ausbleiben, gezwungen sein würde, auf Öllieferungen aus anderen Ländern überzugehen. Der Vizechef des Konzerns „Belneftechim“, Wladimir Sisow, teilte mit, dass die weißrussische Seite mögliche Partner und eine Logistik für die Lieferungen von alternativem Öl in die Erdölraffinerien des Landes geprüft hätte.

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    Eine der strittigen Fragen für Minsk und Moskau ist das Steuermanöver im Öl-Sektor Russlands, das eine stufenweise Nullstellung von Öl-Export-Gebühr und Erhöhung des Steuersatzes auf seine Förderung vorsieht. Zusätzliche Kosten entstehen bei Weißrussland wegen der erwarteten Erhöhung des Öl-Preises und der Senkung von Export-Zöllen für die Ölprodukte. Minsk schätzte seine Verluste für sechs Jahre kumulativ  auf etwa 11 Milliarden Dollar, und für das Jahr 2019 – auf etwa 400 Millionen Dollar (bei einem Ölpreis von 70 Dollar je Barrel).

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    Tags:
    Zölle, Öllieferungen, Ölpreis, Erdöl, Alexander Lukaschenko, Baltikum-Länder, Weißrussland, Ukraine