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01:54 21 Juli 2019
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    Der Fahnenträger von Rembrandt

    Millionen für Rothschilds Rembrandt? Nationalheiligtum soll in Frankreich bleiben

    © Foto: Gemeinfrei
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    Das Kunstmuseum Louvre will ein Meisterwerk Rembrandts erwerben. Es ist Teil der Sammlung der jüdischen Milliardärsfamilie Rothschild. Das Gemälde wurde als Nationalheiligtum klassifiziert und französischen Museen wurde ein Vorkaufsrecht eingeräumt, damit es im Lande bleibt. Der Louvre hat nun 30 Monate Zeit, um die Kaufsumme aufzubringen.

    Bei dem begehrten Werk handelt es sich um Rembrandt van Rijns „Fahnenträger“ aus dem Jahr 1636:

    Frankreichs Kulturminister Franck Riester hatte bekanntgegeben, dass das Werk als „Nationalheiligtum“ eingestuft wurde. So wurde bereits ein Dekret publiziert, welches die Ausfuhr des Gemäldes erschwere, damit französische Museen ihr Vorkaufsrecht ausüben können, meldet die Kunstzeitschrift The Art Newspaper.

    Der Louvre hat nun ein 30-monatiges Zeitfenster, um die Mittel für den Kauf des Gemäldes aufzubringen und zu verhindern, dass es das Land verläßt. Die tatsächlichen Kosten wurden nicht veröffentlicht. Das Abbild des Standartenträgers in Originalgröße befindet sich seit über 180 jahren im Eigentum des französischen Familienzweiges der Rothschilds.

    Jacob James de Rothschild erwarb den „Fahnenträger“ für im Jahr 1840 für 840 Pfund bei dem Auktionshaus „Christie‘s“ in London. Es sei der erste Kauf eines Rembrandts durch ein Mitglied der Bankiersfamilie gewesen, heißt es. Sein Sohn Edmond erbte das Werk des flämischen Malers. Im Rahmen einer Dauerleihgabe hatte er im Jahr 1935 dem Louvre 40.000 Drucke und 3000 Zeichnungen übergeben, darunter auch etliche Skizzen und Zeichnungen Rembrandts.

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    Das Gemälde, welches sich ehemals in der Kunstsammlung des Englischen Königs Georg IV. befand, gehöre nun den Nachkommen des 2007 verstorbenen Baron Élie de Rothschild. Der Bankier galt selbst als großer Kunstsammler, zudem führte er das Weingut „Château Lafite-Rothschild“ bei Bordeaux von 1946 bis 1974.

    Vor drei Jahren hatten der Louvre und das niederländische Nationalmuseum „Rijksmuseum“ mit vereinten Kräften zwei Bilder Rembrandts von Eric de Rothschild erworben. Für 160 Millionen Euro wurden die Portraits Maerten Soolmans and Oopjen Coppit – beide dartiert auf 1634 – angekauft. 

    Der Verkauf habe damals in der Kritik gestanden, da der Louvre ursprünglich auch den Export als Möglichkeit eingeräumt hatte, in der fehlerhaften Annahme, diese würde den Preis nicht ankurbeln. In der Endkonsequenz wurden die schließlich benötigten Mittel zum Ankauf mit Mitteln der Zentralbrank Frankreichs bestritten, rekapituliert die Zeitschrift.

    Der „Fahnenträger“ sei sehr gut erhalten. Es sei wohl in Eile in überwiegend groben Pinselstrichen in Braun, Gold und Weißtönen im selben Jahr gemalt worden, wie Rembrandts berühmte „Danae“, die sich im Staatlichen Museum „Ermitage“ in Sankt Petersburg befindet.

    Die Kleidung des Standartenträgers ist derjenigen von Söldnern, sogenannten Landsknechten, des frühen 16. Jahrhunderts nachempfunden. Rembrandt könnte die inspiration für sein Gemälde in Stichen von Künstlern wie etwa Hendrick Goltzius gefunden haben, der die Kämpfer im Unabhängigkeitskrieg der Niederlande von Spanien feierte.

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    Tags:
    Eigentum, Streit, Kunst, Alexander Rothschild, Rembrandt van Rijn, USA, Frankreich