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23:03 17 August 2019
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    Warteraum der Berliner Ausländerbehörde in Moabit (Archivbild)

    Einbruch in Berliner Ausländerbehörde: Blankodokumente zur Einreise gestohlen?

    CC0 / Gemeinfrei
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    Unbekannte haben im Landesamt für Bürger-und Ordnungsangelegenheiten in Berlin-Moabit anscheinend wichtige Dokumente und Dienstsiegel gestohlen. Laut Medienbericht wurden in der Nacht zum Ostersonntag ein Tresorschrank und Kassetten aufgebrochen, die Materialien zum Ausstellen von Pässen enthielten. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.

    In der Nacht von Samstag auf Ostersonntag sind Unbekannte gewaltsam in die Büroräume der Ausländerbehörde in Berlin-Moabit eingedrungen. Wie die Polizei mitteilte, habe der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma die Einbruchsspuren am Sonntagvormittag bemerkt und die Einsatzkräfte alarmiert. Die Beamten stellten in der Behörde am Friedrich-Krause-Ufer zunächst gewaltsam geöffnete Bürotüren und einen aufgebrochenen Tresorschrank fest. Erste Ermittlungen ergaben, dass mehrere Dokumente entwendet wurden.

    Waren die Täter Profis?

    Das betroffene Büro der Ausländerbehörde ist für Einreisen nach Deutschland zuständig. Nach Informationen des Tagesspiegels soll auch ein so genannter Pass-Schrank geöffnet worden sein, aus dem neben behördlichen Blankodokumenten auch Dienstsiegel entwendet worden sein sollen. Bei den Tätern handelt es sich vermutlich um Profis: Um ihre Spuren zu verwischen, seien in mehreren Räumen der Behörde Feuerlöscher entleert worden.

    Ein gezielter Einbruch…

    Auf Sputnik-Nachfrage konnte die Berliner Polizei bisher nur den Einbruch selbst bestätigen, zu den entwendeten Materialien wurden keine Angaben gemacht. Die weiteren Ermittlungen zum genauen Diebesgut und den bisher unbekannten Tätern werden durch die Kriminalpolizei geführt und dauern an. Sollte sich der Verdacht bestätigen, so könnte es den Dieben nun möglich sein, Einreisedokumente für die Bundesrepublik Deutschland zu fälschen.

    Nicht der erste Fall…

    Der Fall ist nicht der erste seiner Art: Anfang Oktober 2017 wurde ebenfalls in die Ausländerbehörde in Berlin-Moabit eingebrochen. Damals war speziell ein Büro betroffen, dass für Asylanträge aus Armenien, Georgien, Moldau und der Russischen Föderation zuständig ist. Es wurden Blankodokumente, Stempel und Dienstsiegel entwendet. Ein Teil der 2017 gestohlenen Dokumente war aber bereits zwei Monate nach der Tat wieder aufgetaucht: Bei einer Drogenrazzia in Berlin-Wedding stießen Ermittler eher zufällig auf die Papiere.

    Politik versäumte Maßnahmen

    Die Ausländerbehörde in Moabit konnte nach dem jüngsten Einbruch an Ostern nun wieder den Dienstbetrieb aufnehmen. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen nun verschärft werden. Aus Behördenkreisen hieß es, der Ärger über den erneuten Einbruch sei groß, denn die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen hätten schon nach dem Fall von 2017 ergriffen werden müssen. Im Gespräch war anscheinend seinerzeit auch die Installation einer Alarmanlage, doch die Kosten von rund einer halben Million Euro wurden bisher noch nicht bewilligt. Darüber soll erst bei den Haushaltsberatungen des Berliner Senats für den Doppelhaushalt für die Jahre 2020 und 2021 beraten werden.

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    Tags:
    Verdacht, Dokumente, Einbruch, BAMF, Berlin-Moabit, Berlin, Deutschland