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10:47 18 Juli 2019
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    Soldat der internationalen Koalition im Irak (Archivbild)

    Kriegsverbrechen? US-Elite-Soldat soll im Irak wahllos Zivilsten erschossen haben

    © Foto: U.S. Army / Spc. Brandon Best
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    Ein hochdekorierter Soldat der US-Eliteeinheit „Seals“ soll im Irak grausame Kriegsverbrechen begangen haben. Laut Zeugenaussagen soll er wehrlose Zivilisten erschossen und erstochen haben, darunter ein spazierendes Schulmädchen und einen alten Mann. Womöglich wurde er von Vorgesetzten gedeckt.

    Er bildete andere „Seal“-Kämpfer aus, war Scharfschütze, Sanitäter und Bombenspezialist. Mehrfach war „Special Operations Chief“ Edward Gallagher mit seiner Spezialeinheit im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Ab Mai wird ihm vor einem Militärgericht der Prozess gemacht.

    Grausame Morde an Zivilisten

    Wie die „New York Times“ (NYT) berichtete soll er wahllos Zivilsten erschossen und erstochen haben. Die NYT zitiert aus einem Untersuchungsbericht in dem die Vorwürfe ausgeführt werden:

    2017 soll er im irakischen Mossul mit seiner Teileinheit immer wieder auf Zivilisten geschossen haben. Gallagher habe als Zugführer drei- bis viermal so viele Schüsse abgegeben wie andere Scharfschützen. Unter anderem habe er ein Schulmädchen erschossen, das am Ufer des Tigris spazieren ging, und einen alten Mann, der Wasser holen wollte.

    Augenzeugen berichteten, wie der US-Soldat regelmäßig mit einem Einsatzwagen auf einer Tigris-Brücke haltgemacht habe. Von dort aus habe er mit einem schweren Maschinengewehr ohne erkennbaren Grund auf benachbarte Wohngegenden gefeuert, bis das Magazin leer war. Mehrfach soll Gallagher vor Kameraden damit geprahlt haben, wie viele Menschen er schon getötet habe, einschließlich Frauen.

    Bei einer Gelegenheit soll er einen IS*-Kämpfer erstochen haben, während Sanitäter der „Seals“ den kaum 15-jährigen versorgten. Gallagher sei dazu gekommen, habe den wehrlosen Jugendlichen mit einem Messer in den Nacken und den Bauch gestochen und anschließend mit einer US-Flagge über dem Toten für Fotos posiert.

    Vorgesetzte deckten den Navy Seal

    Die Taten wurden womöglich von ihm und Vorgesetzten an der Marinebasis Coronado in San Diego, Kalifornien, vertuscht. Als einige Soldaten, die mit Gallagher im Irak im Einsatz waren, die Vorgänge an den für ihre Einheit zuständigen Leutnant meldeten, geschah erst mal nichts. Auch der zuständige Kommandeur der „Seals“ in San Diego riet, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Erst eine andere Marine-Dienststelle außerhalb der Einheit in San Diego habe Ermittlungen eingeleitet.

    Trump gewährt ihm bessere Haftbedingungen

    Gallaghers Unterstützer und Familie halten ihn für unschuldig und setzen sich für seine Freilassung ein. Im Internet verkaufen sie T-Shirts mit der Aufschrift „Free Eddie“ und attackieren die Ermittler. Auch konservative Medien wie der Sender „Fox News“ ergreifen Partei für den mutmaßlichen Kriegsverbrecher.

    Sogar US-Präsident Donald Trump hat sich in den Fall eingeschaltet. Er ließ Gallagher aus einer Einzelzelle in eine bessere Haft-Unterkunft verlegen.

    * - Terrororganisation, in Russland verboten

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    Tags:
    Donald Trump, Soldat, Schießerei, Zivilisten, U.S. Navy, SEALS, US-Armee, USA, Irak