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11:33 20 August 2019
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    Vogelwelt im Norden von Kurgalski: eine Möwe am Lipovsky-See

    Naturgebiet Kurgalski bei St. Petersburg im Auftrag von Nord Stream 2 erforscht

    © Foto: Nord Stream 2 / Antonio Santaniello
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    Natalia Pawlowa
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    Eine Analyse dieser Art wurde in dem besonders geschützten Naturgebiet in der Region Leningrad erstmals durchgeführt. Experten und Partner von Nord Stream 2 präsentierten die Ergebnisse der Naturschutzstudie im Rahmen der Strategie für Umweltschutz- und Sozialinitiativen in Russland.

    Die Studie wurde beim alljährlichen internationalen Umweltforum für den Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum im Rahmen des 20. Ostseetages in St. Petersburg vorgestellt. Die Nord Stream 2 AG, die eine neue Erdgaspipeline durch die Ostsee baut, um Europa mit russischem Erdgas zu versorgen, nahm diesmal am Forum teil. Experten der Staatlichen Universität St. Petersburg präsentierten die Ergebnisse einer Studie über die touristische Auslastung des Naturschutzgebiets Kurgalski, die mit Unterstützung des Unternehmens durchgeführt wurde, bei der Diskussionsrunde „Biodiversitätsschutz im Ostseeraum“. Eine Analyse dieser Art wurde in dem besonders geschützten Naturgebiet der Region Leningrad erstmals durchgeführt.

    Der Kurator und Coautor der Untersuchung, Sergej Iwanow, Leiter des Labors zur Erforschung der sozioökonomischen und politischen Prozesse der modernen Gesellschaft an der St. Petersburger Universität, erläuterte im Gespräch mit Sputnik, warum diese Studie so wichtig ist.

    „Das Naturschutzgebiet liegt auf der Kurgalski-Halbinsel, nahe der Grenze zu Estland. Es wird vom Finnischen Meerbusen umspült. Es leben dort ein paar Dutzend Vogelarten, die in das Rote Buch eingetragen sind, und etwa 45 Säugetierarten, darunter eine einzigartige Ringelrobbe und eine graue Robbe. Hier befindet sich ein einzigartiger Stausee, der Lipowskoje-See, mit salzhaltigem Wasser, der von Süßwasser- und Meeresfischen bewohnt wird. Seinerzeit waren diese Grenzgebiete für den freien Zugang gesperrt.“

    Es entstehen Probleme, weil das Kurgalski-Naturschutzgebiet heute kein abgeschlossenes Gebiet mehr ist, es ist frei zugänglich für Touristen.

    „Ökologen haben seit langem darauf aufmerksam gemacht, dass menschliche Aktivitäten die lokale Fauna beeinträchtigen. Dieses Gebiet wird unvermeidlich zunehmenden anthropogenen Einflüssen ausgesetzt sein. Wenn wir keine Schutzmaßnahmen ergreifen, wird die einzigartige natürliche Umwelt in zehn Jahren richtig gefährdet sein“, so der Wissenschaftler.

    Die Autoren der Studie kamen zum Schluss, dass man regulatorische Maßnahmen, Informationsunterstützung sowie mehr Kontrolle über die Umsetzung von Standards benötigt.

    Die Ergebnisse von Umweltschutz- und Naturschutzprojekten wurden von Experten und Partnern von Nord Stream 2 im Rahmen der Strategie für Umweltschutz- und Sozialinitiativen (Eco-I) vorgestellt. Die Eco-I-Strategie von Nord Stream 2 wurde speziell für die Anlandestation in Russland entwickelt. Die Strategie sei ein Bekenntnis des Unternehmens zu einer verantwortungsbewussten Infrastrukturentwicklung in der Region, wurde im Unternehmen betont.

    2018 wurde zwischen Nord Stream 2 und der Region Leningrad, wo die Route verläuft, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Wie Dr. Dirk von Ameln, Senior Advisor des Nord Stream 2 Chief Executive Officers, damals gegenüber Sputnik sagte, bestehe die Strategie von Nord Stream 2 AG in Verbesserung der Biodiversität in der Region, insbesondere im Kurgalski-Naturschutzgebiet.

    Laut Dr. Ameln seien das Maßnahmen zur Steuerung der Besucherströme, zur Beseitigung von s.g. invasiven Pflanzen, die in der Region fremd sind. Das seien auch die Unterstützung eines wissenschaftlichen Projekts zur telemetrischen Untersuchung der Ringelrobbe in der Ostsee und der Erhalt der Artenvielfalt im Naturschutzgebiet Kurgalski.

    „Wir verfolgen ganz klar die Strategie, die Dinge, die wir machen, im Einklang mit den Menschen zu tun. Wir entwickeln sie gemeinschaftlich, damit wir sicherstellen können, dass diese Dinge Akzeptanz finden können und auch nachhaltig und langfristig betrieben werden. Unsere Zielstellung ist es, die betroffenen Menschen mit an Bord zu bekommen“, so Dr. Dirk von Ameln.

    Die russische Greenpeace-Abteilung protestiert gegen die Verlegung der Pipeline durch das Naturgebiet Kurgalski. Ende 2018 hat ein Gericht in St. Petersburg die Forderung der Organisation, den Bau der Nord Stream-2-Gaspipeline durch das Reservat Kurgalski im Bezirk Kingisepp des Leningrader Gebiets zu stoppen, nicht befriedigt. Die Nord Stream 2 AG hatte früher mitgeteilt, dies sei wegen der Normen der Angrenzung zwischen den Hauptpipelines und Siedlungen die einzige sichere Route sei.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau zweier Pipelinestränge mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr vor, die von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland verlaufen sollen. Laut Plan soll die neue Pipeline Ende 2019 fertiggestellt werden. Sie wird durch die territorialen oder ausschließlichen Wirtschaftszonen der Ostsee-Anrainer Russland, Finnland, Schweden und Deutschland führen.

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    Tags:
    Gebiet Leningrad, Gazprom, Pipelinebau, Umweltschutz, Gasversorgung, Nord Stream 2