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17:06 19 September 2019
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    Folgen der Explosionen in Sri Lanka

    Anschläge in Sri Lanka: Wesentlich weniger Todesopfer als bisher gedacht

    © REUTERS / Athit Perawongmetha
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    Die Behörden in Sri Lanka scheinen sich nach den verheerenden Terroranschlägen Ostersonntag glücklicherweise bei den Opferzahlen verzählt zu haben. Die Obduktion der Leichen hat gezeigt, dass es über einhundert weniger Tote gab.

    Bislang war von 359 Todesopfern die Rede. Doch nach Abschluss der Obduktion wurde diese Zahl auf 253 nach unten korrigiert. Dies teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag mit.

    Weil einige Leichen in besonders schlimmen Zustand gewesen waren, seien sie doppelt gezählt worden, erklärte die Behörde.

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    Diese Korrektur dürfte den Druck auf die Regierung des Landes weiter erhöhen. Die staatlichen Institutionen stehen derzeit in der Kritik, weil sie Geheimdiensthinweise über die geplanten Attacken missachtet haben sollen. Der hochrangige Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, Hemasiri Fernando, war nach den Anschlägen als erster zurückgetreten.

    Indische Geheimdienste hatten zuvor Sri Lanka vor möglichen Anschlägen gewarnt, wie die Agentur AFP von einer indischen Quelle erfuhr. Diese Informationen seien aber nicht an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet worden.

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    In Sri Lanka sind bislang 75 Verdächtige festgenommen worden. An der Suche nach weiteren Tätern und Hintermännern beteiligten sich Tausende Soldaten der Armee, Marine und Luftwaffe.

    Während die Suche nach weiteren Verdächtigen intensiviert wird, bleiben die katholischen Kirchen im ganzen Land vorerst geschlossen.

    Caritas international stellt 20.000 Euro bereit

    Für die Verletzten und Hinterbliebenen der Terroranschläge auf Sri Lanka stellt Caritas international 20.000 Euro bereit.

    „Die Menschen haben am Ostersonntag in vielen Kirchen und Hotels der Tropeninsel Furchtbares erleben müssen. Sie wurden verletzt oder haben Angehörige und Freunde verloren und sind schwer traumatisiert - ihnen müssen wir jetzt beistehen“, sagt Oliver Müller, Leiter des Katastrophenhilfswerks der Deutschen Caritas.

    Die Caritas Sri Lanka hat unmittelbar nach den Anschlägen begonnen, sich um die Verletzten und Hinterbliebenen zu kümmern. Sie sollen durch Psychologen und Seelsorger betreut werden.

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