08:35 18 November 2019
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    Chirurgischer Eingriff (Symbolbild)

    Brasiliens Präsident spricht im Bildungsministerium über... Penis-Amputationen

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    Der brasilianische Präsident, Jair Bolsonaro, hat am vergangenen Donnerstag Besorgnis über die hohe Zahl von Amputationen der männlichen Geschlechtsteile im Land, die auf hygienische Missstände zurückzuführen sind, geäußert. Das geht aus einer Meldung der Presseagentur Reuters hervor.

    Bolsonaros verwies dabei auf die Krebsproblematik im Land. Mehrere Aspekte können bei einer Krebserkrankung des männlichen Glieds eine Rolle spielen. Eine gute Hygiene ist jedoch eine Grundvoraussetzung dafür, dass kein Peniskrebs entsteht.

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    So gibt es in Brasilien jährlich etwa 1000 Fälle von Penis-Amputationen. 

    Bei einem Arbeitsbesuch im brasilianischen Bildungsministerium äußerte der Staatschef, dass der Mangel an Wasser und Seife der Grund für die hygienischen Missstände sei.

    Der Staatschef betonte außerdem die Notwendigkeit, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden. Den Menschen gelte es dabei klar zu machen, was sie selbst für ihr Wohl und für ihre Zukunft tun sollten.

    Die Reaktionen auf die alarmierende Mitteilung Bolsonaros fielen im Netz überwiegend sehr negativ aus. 

    Etliche User kritisieren den brasilianischen Staatschef via Twitter dafür, dass er ausgerechnet in der Zeit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land beschlossen habe, über die Amputation von Penissen zu sprechen.

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    Ein Nutzer unter dem Benutzernamen @FernandoHortaOf meint in diesem Zusammenhang: 

    „die Arbeitslosenquote steigt (43.000 Arbeitsplätze gekürzt), das BIP sinkt, der Vizepräsident und der Sohn (von Bolsonaro – Anm. d. Red.) sind in einer angespannten Beziehung, keines der Ministerien funktioniert, und in einer Fernsehsendung bittet Bolsonaro die Männer darum, ihre Penisse zu waschen und Ausländer bittet er darum, nach Brasilien zu kommen und Sex mit Brasilianerinnen zu haben haben.” Der User stellt außerdem die Frage: „Sie dafür gestimmt?“


     

     

    Andere sind der Meinung, dass es nicht der passende Ort für solche Aussagen war.

    „Die Person besucht das Ministerium für Bildung und, da sie nichts über Bildung weiß, spricht sie über die Amputation von Penissen“, so ein weiterer Nutzer.

     

     

    Nichtsdestotrotz bekommt Bolsonaro auch Zuspruch für seine Aussage.

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    So ist ein Twitter-User der Meinung, dass der Staatschef damit eine sehr wichtige Frage aufgegriffen habe. Angesichts von Problemen der öffentlichen Gesundheitsversorgung und der Krebsproblematik seien Spott und Häme nach der Aussage Bolsonaros bezüglich Peniskrebs fehl am Platz.

    Der ehemalige Fallschirmjäger Jair Bolsonaro wurde Anfang 2019 als 42. Präsident Brasiliens vereidigt. Über seine Wahl haben sich allerdings nicht alle gefreut. Kritiker werfen dem 63-Jährigen mangelnde Kompetenz und fehlende Regierungserfahrung sowie extrem anti-demokratische Tendenzen vor.

    Auch ist Bolsonaro für seine nicht gerade feine Ausdrucksweise bekannt. Unter anderem lobte er Brasiliens Militärdiktatur und zeigte sich mehrfach intolerant gegenüber Minderheiten und Andersdenkenden. 

    Nicht zuletzt dafür bezeichnen ihn viele als den „Trump Lateinamerikas“.

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    Gesundheitszustand, Krebserkrankung, Amputation, Penis, Kritik, twitter, Reaktion, Gesundheitswesen, Gesundheit, Internet, Twitter, Jair Bolsonaro, Donald Trump, Brasilien