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05:16 14 Oktober 2019
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    Deutschen Ermittlern gelingt Schlag gegen weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatz

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    Der deutschen Polizei und Staatsanwaltschaft ist offenbar ein Schlag gegen den weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatz gelungen. Wie das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag mitteilten, seien in der vergangenen Woche drei mutmaßliche Verantwortliche festgenommen worden.

    Die Verdächtigen, allesamt deutsche Staatsbürger, seien in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gefasst worden. Der Server des Marktplatzes unter dem Namen „Wall Street Market” wurde beschlagnahmt.

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    Wie der „SWR” in diesem Zusammenhang berichtet, waren rund 1,1 Million Nutzer auf der Plattform „Wall Street Market“. Die Verkehrssprache sei zwar Englisch gewesen, dennoch konnte man auch Deutsch als Sprache wählen.

    Genau dies sei für die Ermittler ein erster Hinweis auf mögliche deutsche Täter gewesen.

    Nach monatelangen Ermittlungen des Bundeskriminalamts hätte man dann die drei jungen Deutschen identifiziert.

    Es handele sich dabei um einen 22-Jährigen aus Kleve, einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel, und einen 29-Jährigen aus Esslingen am Neckar.

    „Die drei Administratoren haben mit dem Betrieb der Plattform Geld verdient“, erklärt Staatsanwältin Bussweiler.

    „Es gab sogenannte Provisionen und damit haben sie nicht unerhebliche Einnahmen zu verzeichnen gehabt.“

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    Sie sollen insgesamt mehrere hunderttausend Euro verdient haben.

    63.000 Angebote zu Drogen, gestohlenen Kreditkartendaten und Schadsoftware für weitere Cybercrimeangriffe hätte man bei „Wall Street Market“ erwerben können.

    Zugleich seien sie sich ihrer illegalen Handlungen offenbar vollkommen bewusst gewesen. So hätten sie Waren, bei denen das Risiko der Strafverfolgung noch höher als bei Drogen sei, auf der Plattform nicht zugelassen.

    „Es gab schriftliche Vorgaben dazu, welche Dinge auf dieser Plattform verboten waren, und dazu zählten unter anderem Waffen, aber auch beispielsweise Kinderpornographie.“

    Die Staatsanwaltschaft will den drei Administratoren nun die Beihilfe zum Drogenhandel anlasten.

    Dies wäre juristisch eher ein Umweg, um die Verdächtigen zu bestrafen, denn das reine Betreiben einer solchen Plattform ist bislang noch nicht strafbar.

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    Tags:
    Schlag, Markt, Polizei, Festnahmen, Darknet, Deutschland