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17:27 17 Oktober 2019
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    Bundestagsgezwitscher

    Revolutionär mit 1. Mai, Kühnert und der freien Presse – Twitter-Gewitter

    © Sputnik / Ewgenija Tschessnokowa/ Illustration
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    Unbequemer Journalismus, ein vergesslicher Minister und revolutionäre Ideen beschäftigten diese Woche unsere Bundestagsabgeordneten auf Twitter. Die Highlights in im Bundestagsgezwitscher der Woche.

    Die Arbeitswoche beginnt mit einem Blick ins benachbarte Österreich und der Frage nach Medienfreiheit und politischer Einflussnahme. Konkret geht es um den ORF-Moderator Armin Wolf, der dem FPÖ-Spitzenkandidaten bei der Europawahl, Harald Vilimsky, in einem Interview mit ein paar unbequemen Fragen auf den Schlips getreten ist. Vonseiten der FPÖ gab es daraufhin jede Menge Empörung und die Forderung nach einem Rauswurf des Moderators. So sehe Pressefreiheit der Rechten eben aus, kommentierte SPD-Abgeordneter Andreas Schwarz.

     

    Deutlicher wird Linken-Politikerin Gökay Akbulut in ihrem Tweet. Es sei rechte, staatliche Hetze, der Armin Wolf seit dem Villimsky-Interview ausgesetzt gewesen sei.

     

    Cem Özdemir beschäftigt sich derweil bilingual mit Spargel…

     

    Am Dienstag ist es Innenminister Horst Seehofer, der die Gemüter bewegt, empört und belustigt. Dieser hat es doch tatsächlich geschafft, zu „vergessen“, dass Deutschland 2020 das 30. Jubiläum der Wiedervereinigung feiert. Für die Party müssen seine Mitarbeiter nun bei Finanzminister Olaf Scholz betteln gehen, denn es fehlen 61 Millionen Euro.

     

    Satire oder Wirklichkeit, fragt sich Christian Wirth (AfD).

     

    Und Weihnachten komme auch wieder überraschend, prognostiziert Bettina Stark-Watzinger (FDP):

     

    Am Mittwoch ist Tag der Arbeit und man kann getrost die Füße hochlegen, es sei denn, man ist Demonstrant, Journalist oder eben Politiker. Dann heißt es nichts wie raus auf die Straße und den Followern auf Twitter in Echtzeit mitteilen, was man da so macht.

    Man kann nach dem Pflichtprogramm aber auch schnell heimgehen und den Katzen beim Schlafen zusehen…

     

    Oder sich eben über die “Krawalle” aufregen.

     

    …oder über Nazi-Propaganda und den Bild-Chefredakteur, der diese verbreitet.

     

    Juso-Chef Kevin Kühnert hat eine Idee und diese scheint revolutionärer als alle Parolen des Schwarzen Blocks bei den Mai-Feierlichkeiten: BMW enteignen. So revolutionär gar, dass Johannes Kahrs (ebenfalls Sozialdemokrat) sich fragt, was der junge Kollege denn geraucht hat:

     

    So etwas bleibt in den Weiten des Internets natürlich nicht unbemerkt, wie sich am folgenden Tag zeigt. Interessant ist, dass es Abgeordnete der Linken sind, die für den Juso eintreten.


    “Kommunisten-Kühnert”, urteilt da AfD-Abgeordneter Jürgen Braun.

     

    Er müsse angesichts solcher Aussagen mit der Kritik schon leben, konstatiert auch Nicola Beer (FDP).

     

    Und CDU-Politiker Kai Wegner fordert von SPD-Chefin Andrea Nahles eine Distanzierung von “dieser Entgleisung” des Juso-Chefs.

     

    Einmal im Jahr erinnert sich die Welt und mit ihr auch unsere Abgeordneten daran, wie wichtig Pressefreiheit ist. Das muss natürlich auf Twitter betont werden, so auch an diesem Freitag.

    Wir wollen unterstellen, dass das ehrlich gemeint ist und sich die Parlamentarier auch daran erinnern, wenn kritische Medien um ein Interview bitten.

    Sonniges Mai-Wochenende!

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    Tags:
    Kevin Kühnert, Freiheit, Presse, SPD, Europawahl, Freiheitspartei Österreichs (FPÖ), Twitter, Gewitter, Deutschland