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    Adolfas Ramanauskas-Vanagas (Archivbild)

    „Besonders zynisch“: Denkmal mutmaßlichen litauischen Holocaust-Verbrechers in USA eröffnet

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    Die russische Botschaft in Washington hat die feierliche Eröffnung eines Denkmals zu Ehren des in Litauen gepriesenen Anführers der Kämpfergruppe „Waldbrüder“ Adolfas Ramanauskas scharf verurteilt. Er soll an den Massenmorden an Juden während des Zweiten Weltkrieges beteiligt gewesen sein.

    Laut einer Mitteilung, die die Botschaft auf ihrem offiziellen Facebook-Account veröffentlicht hat, wurde das Denkmal am 4. Mai am Stadtrand von Chicago eröffnet. Der Zeremonie wohnte unter anderem der litauische Außenminister Linas Linkevichus bei.

    „Die einzige Organisation in den USA, die gegen die Veranstaltung protestierte, war das Simon Wiesenthal Center (das Zentrum beschäftigt sich mit dem Thema Holocaust – Anm. d. Red.). Diese Stimme wurde jedoch weder von den US-Behörden noch von den so genannten Menschenrechtsorganisationen und zahlreichen Think Tanks, die sich auf Osteuropa spezialisieren (und in Washington eine antirussische Agenda bilden), gehört“, heißt es in der Mitteilung.

    Die Veranstaltung sei besonders zynisch gewesen, da es mit dem israelischen Holocaust-Gedenktag Jom HaShoah (wurde in diesem Jahr am 2. Mai begangen – Anm. d. Red.) beinahe zusammengefallen sei. Zudem habe die Denkmaleröffnung nur wenige Tage vor dem Siegestag der Alliierten in Europa (VE-Day) stattgefunden.

    Moskau rufe Washington dazu auf, seine „baltischen Satelliten“ zur Besinnung zu bringen, die „versuchen, der US-Gesellschaft die Werte der Personen, die für ethnische Säuberungen verantwortlich waren, aufzuzwingen. Wenn es nicht zu spät ist“, heißt es in der Mitteilung weiter.

    „Litauen heroisiert (in letzter Zeit unter offenem Beistand der Nato und der EU) nazistische Handlanger und Teilnehmer des Holocaust, indem es die Mörder als Opfer darstellt“, so russische Diplomaten.

    Die Fälschung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs ziele darauf ab, die sogenannte profaschistische „Litauische Aktivistenfront“ reinzuwaschen, die bereits vor dem Einmarsch der deutschen Streitkräfte 1941 in Litauen Juden und Polen massakriert sowie ausgeraubt habe, warnte die russische Botschaft.

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    „Während des Zweiten Weltkrieges waren diese ‚Aktivisten‘ die Hauptkräfte der Todesschwadronen und Schutzmannschaften, die für die Vernichtung der gesamten jüdischen Bevölkerung des besetzten Sowjetlitauens verantwortlich waren“, erinnerte die Botschaft. Nach dem Sieg der Roten Armee über die nationalsozialistischen Invasoren in der Republik hätten die „Aktivisten“ ihren Kampf als so genannte „Waldbrüder“ fortgesetzt, die „vor allem ‚Kollaborateure‘ vernichteten – also ihre Landsleute, die ein friedliches Leben führen wollten“.

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    Als „Waldbrüder“ werden inoffiziell nationalistische Gruppierungen bezeichnet, die während des Zweiten Weltkrieges in Lettland, Litauen und Estland gegen die Sowjetmacht kämpften.

    Bereits 1999 hatte der Verband der litauischen Juden in Israel eine Liste der Personen zusammengestellt, die in die Judenmorde im Zweiten Weltkrieg involviert waren. Adolfas Ramanauskas wurde in dem Dokument als „brutaler Teilnehmer an Massenmorden und einer der zentralsten Juden-Mörder in Druskininkai, Merkinė, Butrimonys, Jieznas und anderen (litauischen Städten)“ aufgenommen.

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    Tags:
    Völkermord, Holocaust, Holocaust, Juden, Waldbrüder, Nationalisten, Denkmal, USA, Russland, Litauen