09:13 13 Dezember 2019
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    Spurensicherung am Unfallort nach dem Flugzeugbrand im Moskauer Flughafen Scheremetjewo

    Flugzeug-Brand in Moskau: Verzögerten Passagiere Rettung wegen Gepäck? Überlebende berichten

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    Passagiere, die den Flugzeugbrand auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo vergangenen Sonntag überlebten, haben sich im Netz über die Katastrophe geäußert, berichten russische Medien am Dienstag.

    Einige Internetnutzer wollen auf den Aufnahmen von der Rettungsoperation Fluggäste gesehen haben, die die brennende Maschine mit Handgepäck verlassen und damit die Evakuierung angeblich verzögert haben sollen. An diesen Personen wurde im Netz scharfe Kritik geübt. Die Überlebenden Dmitri Charinin, Oleg Moltschanow und Michail Sawtschenko reagierten auf die Vorwürfe.

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    Spurensicherung am Unfallort nach dem Flugzeugbrand im Moskauer Flughafen Scheremetjewo
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    Die Behauptungen, dass Fluggäste, die zu ihrem Handgepäck griffen, die Evakuierung verlangsamt haben sollen, bezeichnete Charinin als „kompletter Unsinn“. Wenn auch jemand Gepäck mitgenommen habe, seien das kleine Taschen oder Rucksäcke gewesen.

    „Ich würde nicht sagen, dass jemand bis zum letzten Augenblick nach seinen Sachen gelangt hat und dadurch im Wege gewesen ist. So etwas habe ich nicht gesehen“, sagte Charinin dem russischen Portal V1.ru.

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    Sawtschenko rief auf Facebook auf, mit der Hetze aufzuhören.

    „Ich weiß nicht, was ich über die Menschen sagen soll, die mit Taschen herausgelaufen sind. Gott sei Ihr Richter. Ich will aber ausdrücklich bitten, gegen sie nicht zu hetzen, ich bin sicher, dass es ihnen jetzt ohnedies schwer ist“.

    Vielen habe der „Kopf den Dienst versagen“ können. Sie sollen dann „automatisch gehandelt“ haben.

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    „Ich glaube nicht, dass sogar ein Mensch in diesem Flammen-Inferno kaltblütig und mit Bedacht Koffer getragen hat“, so Sawtschenko.    

    Laut Oleg Moltschanow flogen die Passagiere, die bei der Rettung das Gepäck mitgenommen haben sollen, mit der Business Class. Ihre Taschen störten demzufolge niemanden. Es habe auch kein Gedränge gegeben.

    „Was das Überleben angeht, da spielen Glück und Paniklosigkeit ihre Rolle. Ein Atemzug des schwarzen Rauchs – und der Mensch steht von seinem Platz nicht mehr auf. Unter Berücksichtigung, dass absolut nichts zu sehen war, hätte ihn auch niemand gerettet, weil er einfach nicht zu sehen gewesen wäre“, zitieren Medien den Mann.

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    Passagiere, die weiter hinten als in der zwölften Reihe gesessen haben, seien entweder wegen der fehlenden Notrutschen im Heck der Maschine gestorben oder in den von der Tragfläche kommenden Flammen verbrannt oder haben sich mit Kohlenmonoxid vergiftet, vermutete Moltschanow. Darüber hinaus will er einen Blitzschlag gesehen haben.

    Die Maschine des Typs Suchoi Superjet-100 der Fluggesellschaft Aeroflot war am Sonntag 28 Minuten nach dem Start in Richtung Murmansk umgekehrt und auf dem im Norden der russischen Hauptstadt gelegenen Flughafen Scheremetjewo notgelandet.

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    Flugangst (Symbolbild)
    © Depositphotos / Vsurkov
    Das Flugzeug soll Medienberichten zufolge bei der Notlandung dreimal hart auf der Landebahn aufgeschlagen sein. Dabei hätten die Triebwerke Feuer gefangen. 41 Menschen kamen bei dem Flugzeugunglück ums Leben. 33 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder überlebten.

    Der Suchoi Superjet-100 ist die erste Neuentwicklung des russischen Flugzeugbaus nach dem Ende der Sowjetunion; der Kurzstreckenflieger ist seit 2011 zugelassen. Die Fluggesellschaft Aeroflot hatte erst im vergangenen Herbst den Kauf von weiteren 100 Jets des Typs angekündigt.

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    Passagiermaschine, Passagierflugzeug, Passagierjet, Passagiere, Flammen, Brand, Katastrophe, Flugangst, Fluggäste, Flugzeug, Flug, Suchoi-Superjet-100, Sukhoi SuperJet-100, Sukhoi Superjet 100, Scheremetjewo, Moskau, Russland