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    Die Pension in Passau, wo am 11. Mai 2019 drei Leichen entdeckt wurden

    Armbrust-Morde in Passau: Szene-Aussteiger packt über Guru des Sex-Zirkels aus

    © AFP 2019 / Lino Mirgeler / dpa
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    Im Fall der rätselhaften Morde in Passau und Wittingen handelt es sich offenbar um einen grausigen Sex-Zirkel, der sich um einen der Toten – den 53-jährigen Torsten W. – gebildet hat. Ein RTL-Interview mit einem ehemaligen Anhänger des Kampfsportlers wirft Licht auf das Innenleben des tödlichen Netzes.

    Torsten W., die Schlüsselperson hinter der so genannten Armbrust-Sippe, soll seine Gefolgsleute extrem unter Druck gesetzt und ihnen mit Gewalt gedroht haben. 15 Jahre lang stand Nils Konrad treu an seiner Seite. Genauso wie die getötete Carina U. wurde er durch Gehirnwäsche und Manipulation dazu gebracht, von zu Hause auszuziehen und sich von seinen Eltern loszusagen.

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    „Ich bin ihm gefolgt”, sagt der 42-Jährige. Kampfsport und Torsten W. selbst hätten ihn fasziniert, doch dann sei es schnell zu psychischem Druck gekommen.

    Er drohte laut Konrad mit Schlägen, wenn ihm Sachen nicht passten. Auch gegen die Familien seiner Schüler habe er Drohungen ausgesprochen. Noch stärker betroffen waren dabei die Frauen. Sie seien klein gehalten worden, hätten das zu tun gehabt, was man ihnen gesagt habe, betont Konrad. „Der Platz einer Frau ist an den Füßen ihres Mannes” – ein Spruch, den Torsten W. oft wiederholt haben soll.

    Dem Guru soll es aber nicht alleine um die Macht gegangen sein, sondern vorwiegend um Geld. Nach Angaben seines Ex-Anhängers soll sich Torsten W. an Konten der Angehörigen des Kampfsportvereins bedient haben. Innerhalb des Vereins sei immer wieder Geld verschwunden. Es gab auch Mitglieder, die Kredite aufnahmen. Auch bei Konrad war dies der Fall. Am Ende musste er Insolvenz anmelden.

    „Wenn man gesagt hat, es ist nichts mehr da, was man haben könnte, was man holen könnte, dann wurde einem schon ziemlich drastisch zu verstehen gegeben, dass man doch irgendwie gucken muss, dass man das Geld herbeischafft”, wird Konrad zitiert.

    Den Absprung aus der Szene verdankt er nach eigenen Angaben seiner Frau und seinem Sohn. Inzwischen führe Konrad ein glückliches Leben. Seine neue Leidenschaft sei das Schreiben. Er habe sogar ein eigenes Buch bereits veröffentlicht, heißt es in dem RTL-Bericht.

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    Letzte Woche wurden drei Leichen – einer 33-jährige Frau und eines 53-jährigen Mannes aus Rheinland-Pfalz sowie einer 30-Jährigen aus Niedersachsen – in einer Pension in Passau entdeckt. Alle drei wurden mit Armbrust-Pfeilen getötet. Die Polizei geht von zwei Tötungen auf Verlangen sowie einem Suizid aus. Später wurden in der Wohnung der 30-Jährigen in Wittingen zwei weitere Leichen gefunden – ihrer 35-jährigen Lebensgefährtin sowie einer 19-jährigen Frau.

    RTL erfuhr von den Eltern der 19-Jährigen, wie sich ihr Leben nach dem Kennenlernen von Thorsten W. verändert hatte. Wenige Wochen nach ihrem ersten Treffen beim Kampfsport färbte sie sich die Haare schwarz, brach alle Kontakte zu Freunden ab, distanzierte sich von ihren Eltern und verschwand kurz nach ihrem 18. Geburtstag. Nach diesem Interview war in den Medien zum ersten Mal die Rede von einer Art mittelalterlichem Sex-Zirkel.

    Zuvor war berichtet worden, dass alle drei in Passau aufgefundenen Toten Mitglieder in einem Ritterverein waren und Torsten W. einen Mittelalter-Laden betrieb. Mindestens eine der im Zimmer entdeckten Armbrüste wurde in Österreich gekauft, wo die Opfer kurz vor ihrem Tod hingereist waren.

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    Tags:
    Verein, Kampfsport, Sex-Zirkel, Morde, Armbrust, Passau, Bayern