12:59 24 Juni 2019
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    Burnout-Syndrom: WHO definiert es als Krankheit

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    Die Minister für Gesundheitswesen der WHO-Mitgliedsländer haben am Samstag die 11. Version der Internationalen Klassifikation für Krankheiten (ICD) gebilligt, in der die Spielsucht und die Überanstrengung als psychologische Störungen anerkannt werden.

    Die neue Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten wurde formell während der 72. Tagung der Vollversammlung für Gesundheitswesen anerkannt, die in Genf abgehalten wird. Das Dokument soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten.

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    Die elfte Version der Internationalen Klassifikation für Krankheiten wurde im Juni 2018 veröffentlicht. Das neue Dokument revidiert die existierende Klassifikation für Krankheiten und führt neue medizinische Standards und Erkrankungen ein.  So wird in der ICD-11 die Spielsucht mit einer übermäßigen Schwärmerei für Computer-Videospiele als eine neue Art psychischer Störung anerkannt. Allerdings sollten beim Menschen, um die Erkrankung zu diagnostizieren, im Laufe des ganzen Jahres Anzeichen einer Spielstörung zum Vorschein kommen, die die Familien-, Ausbildungs-, die sozialen, professionellen und andere Lebensbereiche negativ beeinflussen.

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    Zuvor waren die Vertreter der Industrie für Computerspiele gegen die Aufnahme der Spielsucht in die Liste der Erkrankungen aufgetreten. Die Assoziationen und Föderationen der Entwicklungsingenieure für Unterhaltungs-Software der USA, Kanadas, der Länder Europas, Brasiliens und Südafrikas haben in ihrer gemeinsamen Erklärung betont, dass für einen solchen Schritt die wissenschaftliche Begründung allein nicht ausreichend sei. Darüber hinaus verfügen die Spiele ihrer Meinung nach über „ausbildende und therapeutische“ Funktionen.

    Ein besonderer Paragraph im ICD-11-Projekt wird dem Burnout-Syndrom oder mit anderen Worten – der Überanstrengung - gewidmet. In der 10. Version der Klassifikation war die Überanstrengung als ein „Faktor, der den Gesundheitszustand der Bevölkerung beeinflusst und die Inanspruchnahme eines Arztes bewirkt“ betrachtet worden. In der neuen Klassifikation wird das Burnout-Syndrom in den Abschnitt für „Probleme, verbunden mit Beschäftigung oder mit Fehlen einer Beschäftigung“ aufgenommen und als physische und psychische Erschöpfung infolge eines im Zusammenhang mit der Arbeit stehenden chronischen Stresszustandes beschrieben.

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    Tags:
    Burnout-Syndrom, Spielsucht, Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD), WHO, Störungen, Überanstrengung, Erkrankung