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06:25 19 Oktober 2019
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    Opfer einer Vergewaltigung (Symbolbild)

    Mehrmals vergewaltigt: 17-jährige Niederländerin stirbt nach eigenem Willen, Eltern hilflos

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    Richtigstellung in eigener Sache: Vor kurzem haben zahlreiche Medien die Geschichte einer 17-jährigen Niederländerin verbreitet, die angeblich Sterbehilfe bekommen haben soll. Offenbar entspricht diese Information nicht oder zumindest nicht ganz der Wahrheit.

    Die junge Frau soll vor ihrem Tod Nahrung und Flüssigkeiten verweigert haben. Die Eltern und Ärzte entschieden sich gegen eine Zwangsernährung, was mehrere Medien als Sterbehilfe gedeutet haben.

    In der früheren Version des Artikels hieß es in der Überschrift, die 17-Jährige Noa Pothhoven habe Sterbehilfe erhalten. Sputnik hat dies nun berichtigt.

    Zu den Medien, die ebenso darüber schrieben, Pothoven sei durch legale Sterbehilfe gestorben, gehören The Independent, Daily Mail, die englischsprachigen euronews und weitere, Sputnik hatte sich in seinem früheren Artikel auf Daily Mail berufen.

    Die Korrespondentin Naomi O’Leary von Politico veröffentlichte Details der Geschichte auf Twitter und warf Medien vor, irreführende Berichte verbreitet zu haben. Die Jugendliche habe jahrelang an Depressionen gelitten. Pothoven hatte im Dezember ohne Wissen ihrer Eltern eine Sterbeklinik kontaktiert, ihr Antrag sei jedoch abgelehnt worden.   

    „Die Familie hat viele Arten psychiatrischer Behandlung ausprobiert und Noa Pathoven wurde wiederholt in ein Krankenhaus eingewiesen. Sie unternahm in den letzten Monaten mehrere Versuche, sich das Leben zu nehmen“, schreibt O’Leary. Aus Verzweiflung habe die Familie Elektroschocktherapie probieren wollen, doch wegen des jungen Alters des Mädchens sei das unmöglich gewesen.

    Nachdem ihr die Elektroschocktherapie verweigert wurde, wollte Pothoven keine Behandlung mehr bekommen. Ein Krankenbett wurde für sie zu Hause eingerichtet, die Eltern kümmerten sich um sie in den letzten Tagen ihres Lebens. Unmittelbar vor ihrem Tod habe sich Pothoven geweigert, so die Politico-Korrespondentin, Essen und Flüssigkeit aufzunehmen. Die Eltern und Ärzte hätten dann auf Zwangsernährung verzichtet.

    „Das war schon lange mein Plan und geschieht nicht aus einem Impuls“, schrieb das Mädchen nur wenige Tage zuvor in seinem Instagram-Account.

    Wiederholter Missbrauch

    Die Teenagerin wurde mehrmals sexueller Gewalt ausgesetzt. Bereits mit elf Jahren soll es den ersten Vorfall gegeben haben, mit 14 wurde sie wiederholt vergewaltigt und missbraucht. Sie litt dadurch an einer posttraumatischen Depression.

    Über seinen Kampf nach den Vergewaltigungen schrieb das Mädchen in seiner Biografie „Gewinnen oder Lernen“ und postete dabei zahlreiche Instagram-Beiträge.

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    Публикация от Winnen of Leren (@winnenofleren)

    In ihrem letzten Instagram-Posting schrieb das Mädchen, dass sie innerhalb der nächsten zehn Tage sterben werde. Nach vielen Gesprächen habe man beschlossen, „mich gehen zu lassen, weil mein Leiden unerträglich ist“.

    2017 waren Medienberichten zufolge in den Niederlanden mehr als 6500 Menschen durch Sterbehilfe gestorben. In Europa ist die Sterbehilfe nur in den Niederlanden, Luxemburg und Belgien legal.

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    Tags:
    Missbrauch, Vergewaltigung, Euthanasie, Sterbehilfe, Niederlande