11:43 05 Juli 2020
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    Der am Vortag festgenommene Journalist des Nachrichtenportals Meduza ist in ein Krankenhaus gebracht worden. Medien sprachen von einem möglichen Rippenbruch und einem Schädeltrauma, die ihm bei der Festnahme zugefügt worden seien. Die ärztliche Untersuchung hat dies nicht jedoch bestätigt. Nach jüngsten Angaben hat Golunow Hausarrest bekommen.

    Nach jüngsten Angaben hat Golunow Hausarrest bekommen. 

    „Wir haben eine MRT durchgeführt und Blutproben entnommen. Nach vorliegenden Angaben gibt es keinen Grund für seinen (Golunows – Anm. d. Red.) weiteren Aufenthalt in der Klinik“, so der Chefarzt des Moskauer Krankenhauses № 71, Alexander Mjasnikow.

    Bei der Magnetresonanztomographie seien keine Störungen festgestellt worden. Auch seien keine Rippenfraktur oder sonstige Knochenbrüche bei dem Journalisten entdeckt worden.

    „Der Neuropathologe hat ebenfalls keine Störungen festgestellt, die auf eine Gehirnerschütterung hinweisen könnten“, so Mjasnikow weiter. Bei Golunow sei eine Schürfwunde auf dem Rücken und ein Hämatom an einem Auge festgestellt worden.

    Wegen der Schürfwunde haben die Ärzte dem Journalisten einen Impfstoff gegen Tetanus verabreicht. Nach Informationen des kremlkritischen Online-Nachrichtenportals Meduza ist Golunow bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden und auf dem Weg ins Gericht.

    Die Polizei beschuldigte Golunow am Samstag offiziell des Versuchs, Drogen zu verkaufen, sagte der Leiter der internationalen Menschenrechtsgruppe von Agora, Pawel Tschikov.

    Wie ein Korrespondent von RIA Novosti aus dem Gerichtssaal meldet, hat der Richter für Golunow Hausarrest bis zum 7. August angeordnet.  

    Ein Korrespondent des kremlkritischen Online-Nachrichtenportals Meduza, Iwan Golunow, war am Freitag im Zentrum von Moskau festgenommen worden. Bei ihm sollen Drogen gefunden worden sein. Der Korrespondent und sein Anwalt weisen diese Vorwürfe zurück und erklären die Festnahme mit der journalistischen Arbeit Golunows. Der Anwalt des Journalisten, Dmitri Dschulai, äußerte gegenüber Sputnik die Vermutung, dass seinem Mandanten die Drogen bei der Festnahme möglicherweise untergeschoben worden seien. 

    Der Menschenrechtsrat beim russischen Präsidenten hat ein Gesuch an die Staatsanwaltschaft und die Polizei gerichtet, die Rechtsmäßigkeit der Festnahme und das Vorgehen der Polizeibeamten zu prüfen.

    Der Fall sorgt derzeit für viel Aufsehen in Russland. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hat den Polizeichef der russischen Hauptstadt Oleg Baranow gebeten, den Fall Golunows unter seine persönliche Kontrolle zu nehmen und ihn „maximal objektiv aufzuklären“. Golunow selbst erklärt die Festnahme mit seiner journalistischen Arbeit. Der Journalist beschäftigt sich mit Korruptionsfällen in Russland.

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