04:47 21 November 2019
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    Auch Zecken- und Tollwut-Impfstoffe fehlen: Engpässe bei Arzneimitteln treffen die Schweiz

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    Eigentlich gehört das Schweizer Gesundheitswesen zu den besten (und teuersten) der Welt. Doch nun gibt es zunehmend Meldungen, dass in diesem Land immer häufiger Alltagsmedikamente ausgehen. Lokale Medien sprechen gar von Versorgungsengpässen. Als Grund wird zu geringer Profit genannt.

    In der Schweiz werden die Engpässe bei blutdrucksenkenden Mitteln, Aspirin, Antibabypillen, aber auch lebenswichtigen Antibiotika immer gravierender.

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    Wie die „NZZ am Sonntag“ berichtet, haben Krankenhäuser und Apotheken Schwierigkeiten, sich mit Schmerzmitteln, Blutdrucksenkern und Alltagspräparaten einzudecken. Selbst Zecken- und Tollwut-Impfstoffe gehen immer wieder aus – und das zur höchsten Zecken-Zeit, wenn die Blutsauger gefährliche Krankheiten wie etwa die Borreliose übertragen.

    Laut der Datenbank drugshortage.ch bestehen aktuell knapp 600 Lieferengpässe. Grund dafür sollen zu tiefe Preise sein. Viele Pharmafirmen würden einfach keinen Profit mehr darin sehen, gewisse Medikamente zu produzieren und zu verkaufen.

    Mit diesen Alltagsmedikamenten ließe sich kein Geld mehr verdienen. Daher sollen chinesische Fabriken die Produktion übernehmen. Dort würde es allerdings regelmäßig zu Ausfällen und Störungen kommen, sodass die reibungslose Lieferung dieser Stoffe vom anderen Ende der Welt nicht garantiert werden könne.

    Experten bezeichnen die entstandene Situation klar als „Marktversagen“.

    Wer sich beispielsweise gegen Zecken impfen lassen will, benötigt Glück. Nicht alle Ärzte können sich den Impfstoff besorgen. Bereits seit 2016 gibt es solche Engpässe auch bei Tollwut-Impfstoffen.

    Derzeit sollen 31 für die Landesversorgung essenzielle Medikamente und acht Impfstoffe nicht verfügbar sein. Dies geht aus der Liste der aktuellen Versorgungsengpässe des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hervor.

    „Die Schwere der Versorgungsstörungen und die damit verbundenen aufwendigen Maßnahmen haben in den vergangenen Jahren zugenommen“, stellt ein Bericht des Amtes klar.

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    Im Fall von zwei Impfstoffen, einem Antibiotikum und drei weiteren Arzneimitteln ist die Versorgungsstörung derart gravierend, dass sogar eine Krisenintervention der Behörden nötig war.

    ng/

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    Tags:
    Ausfälle, Antibiotika, Marktversagen, Krankenhäuser, Medikamente, Habgier, Profit, Engpässe, Versorgungskrise, Borreliose, Impfstoff, Zecke, Tollwut, Schweiz