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16:40 19 September 2019
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    Jusos-Chef Kevin Kühnert

    Sputnik-Leser haben entschieden: Kevin Kühnert soll SPD-Chef werden

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
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    Aktuell wird die SPD von einem Übergangs-Trio geführt, doch spätestens Ende 2019 soll auf einem Parteitag eine neue Führungsspitze gewählt werden. Wir haben die Sputnik-Leser in unserer Wochenumfrage gefragt, wer das Spitzenamt langfristig übernehmen sollte. Die Antwort ist eindeutig: Eine Mehrheit spricht sich für Juso-Chef Kevin Kühnert aus.

    Nach dem plötzlichen Rücktritt von Andrea Nahles wird vorerst ein Trio aus Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel die SPD kommissarisch leiten. Nach den kommenden Wahlen in Ostdeutschland soll dann ein Bundesparteitag über eine langfristige Lösung entscheiden. Doch wer wird den unbeliebten Posten übernehmen? In unserer Wochenumfrage hatten wir Ihnen mehrere Alternativen genannt, hier nun das recht eindeutige Ergebnis.

    Radikaler Kurswechsel?

    Mit 54,3 Prozent der abgegebenen Stimmen hat sich die Mehrheit für den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert entschieden. Der 29-Jährige steht wohl wie kaum ein anderer Genosse für eine mögliche Erneuerung der Partei. Kühnert warnte schon früh vor eine Neuauflage der GroKo mit der Union, auch zeigte er große Sympathien für ein rot-rot-grünes Bündnis aus Bundesebene. Der gebürtige Berliner hat allerdings kaum politische Erfahrung, aktuell arbeitet er als Referent im Büro einer Berliner Landespolitikerin. Sollte Kühnert tatsächlich eine Mehrheit der SPD-Mitglieder von sich überzeugen, wäre mit ihm eher eine Doppelspitze denkbar, die künftig die Partei anführen könnte.

    ​Auf Platz zwei unserer Umfrage landet mit 26,4 Prozent die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig. Sie gehört aktuell dem kommissarischen Führungs-Trio an und viele Wähler könnten sich die 45-Jährige auch als langfristige Parteichefin vorstellen. Doch die gebürtig aus Frankfurt (Oder) stammende Schwesig hat bereits erklärt, sie wolle ihrem Bundesland nicht den Rücken kehren und auf eine Kandidatur zum Parteivorsitz verzichten. Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass sich ein Spitzenpolitiker doch noch einmal anders entscheidet, wenn der Rückhalt bei Parteikollegen und Wählern dafür gegeben wäre.

    ​Den dritten Platz in unserer Umfrage belegt Vizekanzler Olaf Scholz. Der Bundesfinanzminister erreicht 6,1 Prozent der Stimmen. Der 60-Jährige war einer der ersten führenden SPD-Politiker, die sich für ein weiteres schwarz-rotes Bündnis im Bundestag ausgesprochen hatten. In Umfragen ist er bundesweit beliebter als CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Allerdings war Scholz als SPD-Generalsekretär unter Kanzler Schröder und Parteichef Müntefering an der Agenda 2010 beteiligt, die bei vielen Wählern heute gar nicht mehr gut ankommt. Eine Erneuerung der SPD und eine inhaltliche Wende dürften mit Scholz deshalb nicht schwer gelingen. 

    ​Platz vier belegen in unserer Umfrage gleich zwei Politiker: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Achim Post erreichen jeweils 3,5 Prozent. Beide haben mächtige und Landesverbände hinter sich, Klingbeil in Niedersachsen, Post in NRW. Der 41-jährige Klingbeil ist erst seit Ende 2017 Generalsekretär, er gehört dem konservativen Seeheimer Kreis der Partei an und dürfte aus beiden Gründen für die SPD-Basis nicht der Richtige für einen Kurswechsel sein. Der 60-jährige Post ist einem Großteil der Öffentlichkeit wiederum kaum bekannt, was die Chancen des Nahles-Kritikers auf den Parteivorsitz deutlich schmälert.

    ​Mit nur 3,4 Prozent landet schließlich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf dem letzten Platz. Ebenso wie Schwesig gehört sie zum Übergangs-Trio und ebenso hat die 58-Jährige bereits angekündigt, ihrem Bundesland treu zu bleiben: Dreyer will nach Möglichkeit bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2020 erneut als Spitzenkandidatin antreten. Damit sind ihre Prioritäten klar gesetzt: Dreyer gibt dem Landtag in Mainz klar den Vorzug gegenüber dem Berliner Bundestag. Wer also tatsächlich und dauerhaft auf Nahles als SPD-Parteichefin folgen wird, ist noch völlig offen. Klar ist nur: Um wieder mehr Wählerstimmen zu erhalten, muss sich die SPD nicht nur personell, sondern sicher auch inhaltlich neu aufstellen.

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    Tags:
    Olaf Scholz, Leser, Umfrage, Partei, Parteivorsitz, Andrea Nahles, Manuela Schwesig, Kevin Kühnert, Jusos, SPD