21:40 07 August 2020
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    Vor über einem Jahrzehnt hatte sich auf dem deutschen Ausbildungsschiff „Gorch Fock“ der rätselhafte Tod der Kadettin Jenny Böken ereignet. Nach neuen Zeugenaussagen ermittelt nun wieder die Kieler Staatsanwaltschaft.

    Die Staatsanwaltschaft Kiel hat mehr als zehn Jahre nach dem rätselhaften Tod der „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken den Fall wieder aufgerollt. Das Todesermittlungsverfahren sei wieder aufgenommen worden, teilte die Behörde am Dienstag mit.

    Der Auslöser waren neue Aussagen einer Zeugin, die nun überprüft werden müssten. Sie sei im Jahr 2008 Soldat der Bundeswehr gewesen, habe aber weder zur Marine noch zur Besatzung der „Gorch Fock“ gehört.

    Die Ermittlungen im Fall Böken waren 2009 eingestellt worden.

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    In der Nacht zum 4. September 2008 war die damals 18-jährige Jenny Böken während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine bei einer Wache über Bord gegangen. Die Todesumstände blieben ungeklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler hielten ein Unglück bisher für am wahrscheinlichsten.

    Die Eltern sahen dagegen Hinweise für einen Mord und stützten sich dabei auf die eidesstattliche Aussage eines früheren Bundeswehrangehörigen, der im April dieses Jahres – nach einer Geschlechtsumwandlung – von der Kieler Staatsanwaltschaft als Zeugin vernommen wurde. Sie war offenbar früher ein Kamerad von Jenny Böken bei der Bundeswehr gewesen.

    Laut dem Anwalt der Bökens, Rainer Dietz aus Aachen, soll die Zeugin erklärt haben, kurz nach dem Auffinden der Leiche hätten mehrere Männer, darunter Marineangehörige, sie in einer Kaserne besucht. Sie sollen angedeutet haben, dass die junge Frau erdrosselt worden sei.

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    Die Eltern hatten in diesem Zusammenhang der Staatsanwaltschaft Fehler, Versäumnisse und Voreingenommenheit vorgehalten.

    Der Vater der Kadettin hatte bereits im September 2018 knapp 140.000 Unterschriften für eine Wiederaufnahme der eingestellten Ermittlungen gesammelt. Insgesamt 14 Aktenordner hatte Uwe Böken der Justizministerin übergeben.

    SB/ng

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    Tags:
    Staatsanwaltschaft, Staatsanwalt, Todesopfer, Todesfälle, Tod, Jenny Böken, Ermittlungsfall, Ermittlungen, Vermittlung, Ermittlung, mysteriös, Segelschulschiff „Gorch Fock