23:31 10 Dezember 2019
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    Rapperin (23) aus dem Kosovo: Hat sie Schweizer Ehepaar um eine Million gebracht?

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    Die 23-jährige Rapperin Loredana Zefi aus der Schweiz soll ein älteres Ehepaar um fast eine Million Schweizer Franken betrogen haben. Die Musikerin mit Wurzeln im Kosovo gab sich dabei als „Anwältin“ aus. Die Staatsanwaltschaft Luzern ermittelt nun. „Es wäre zu früh, um über mögliche Strafen zu sprechen“, so ein Sprecher gegenüber Sputnik.

    Seit Mai ermittelt die Staatsanwaltschaft Luzern gegen die junge Schweizer Musikerin und Influencerin Loredana Zefi (23) und ihren Bruder. „Die Behörde hat eine Untersuchung wegen Verdachts auf Betrug eingeleitet“, erklärte Simon Kopp, Pressesprecher der zuständigen Luzerner Polizei-Medienstelle.

    „Die Untersuchung läuft noch“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber Sputnik. „Es wäre verfrüht, über mögliche Sanktionen zu besprechen. Während der Untersuchung gilt die Unschuldsvermutung.“

    Der Vorwurf: Rapperin Loredana soll gemeinsam mit ihrem älteren Bruder ein Ehepaar aus dem Kanton Wallis durch eine Abwandlung des „Enkel-Tricks“ über 900.000 Schweizer Franken „abgeknöpft“ haben. Dabei soll sich Loredana gegenüber den Opfern „als Anwältin“ ausgegeben haben. Anfang Mai wurde sie aufgrund dessen in ihrem Wohnort Luzern von der Polizei verhaftet. Das meldete damals das Schweizer Magazin „20min“.

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    „Ich wurde betrogen, erpresst, genötigt und bedroht“, zitierte das Magazin die Geschädigte, Petra Z. (52). Die Walliserin habe im Frühling 2018 bei der Polizei in Brig Anzeige gegen Loredana Zefi und ihren Bruder erstattet.

    „Loredana und ihr Bruder haben uns alles genommen“, so Petra Z. „Unser Geld, unsere Eigentumswohnung. Einfach alles, wofür wir einfachen Leute hart gearbeitet haben. Ihretwegen wollte ich mir das Leben nehmen.“

    Loredana befindet sich derzeit wieder auf freiem Fuß. Es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte.

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    Sie sagte bereits sämtliche Festival-Auftritte für das Jahr 2019 ab. Trotz der Anschuldigungen verfolgt die Künstlerin allerdings ihre Musikkarriere weiter. Am vergangenen Freitag veröffentlichte sie ihren neuen Song „Labyrinth“. Im Netz nehmen kritische Nutzerinnen und Nutzer bereits ihren Song-Text auseinander. Die Textzeile „more money, more problems“ (dt.: „Mehr Geld bedeutet mehr Probleme“) könnte ein Hinweis auf die aktuellen Ermittlungen gegen die Schweizer Rapperin mit kosovarischen Wurzeln sein.

    Loredana besitzt nach Medieninformationen nur den Pass des kleinen Balkan-Staates Kosovo. Dies könnte ihr nun zum Verhängnis werden, wie Medien spekulieren. „Droht der Rapperin jetzt die Abschiebung?“, fragt das Magazin „extratipp“. „Denn Loredana hat keinen Schweizer Pass. Damit könnte sie ihrem Bruder Faton folgen, der nach stolzen 73 Verurteilungen 2016 rechtskräftig aus der Schweiz abgeschoben wurde.“

    „Von einem Abschiebeverfahren weiß ich nichts“, kommentierte dazu Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, gegenüber Sputnik.

    Auf einer Pressekonferenz Mitte Mai in Pristina, der kosovarischen Hauptstadt, dementierte die Musikerin alle gegen sie erhobenen Vorwürfe. Die Tat bestreitet sie bis heute.

    Loredana hatte 2018 mit der Single „Sonnenbrille“ ihren ersten bekannten Hit gelandet. Seitdem hat sie schon mehrfach Top-Ten-Platzierungen in den Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreicht. Die Influencerin und Musikerin besticht durch einen „It-Girl“-Charme und thematisiert oft Geld, Schmuck, teure Kleider und Make-Up in ihrer Musik. Im Netz folgen ihr auf den verschiedensten Plattformen Millionen Menschen.

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    Tags:
    Rap, Affäre, Betrug, Staatsanwaltschaft, Ehepaar, Schweiz, Kosovo