15:25 03 Juni 2020
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    Die Gefahr, Opfer eines Messerangriffs zu werden, ist in Berlin nirgendwo so hoch wie im Zentrum von Wedding. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“ mit Verweis auf die ihr vorliegende Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Burkard Dregger.

    Demnach habe es in dem Gebiet südlich der See- und der Osloer Straße und nördlich des S-Bahn-Rings im vergangenen Jahr jeden vierten Tag eine Straftat mit einem Messer gegeben.

    Die Daten zeigen laut dem Blatt, in welcher der 138 sogenannten „Bezirksregionen“ seit 2017 wie viele Straftaten mit einem Messer begangen worden sind.

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    Spitzenreiter seien im vergangenen Jahr neben dem Zentrum von Wedding (87 „Messertaten“) das Zentrum von Neukölln (76) und der Bereich Schöneberg Nord (70) gewesen. Auffallend häufig setzten Straftäter Messer auch am Alexanderplatz (67) ein sowie im Raum der Osloer Straße und im Viertel südlich der Frankfurter Alle (je 66).

    In diesem Jahr rangiere im ersten Quartal der Alexanderplatz mit 29 Messerangriffen auf dem ersten Platz. Darauf folgten das Neuköllner Zentrum und die Südliche Luisenstadt in Mitte (je 23), Moabit West (20) und das Zentrum von Wedding (19).

    Als Straftaten mit einem Messer seien auch Taten definiert, bei denen die Täter nicht zustachen, sondern die Waffen „nur“ als Drohkulisse einsetzten. Insgesamt sind 2018 laut Statistik 2838 Straftaten mit einem Messer verübt worden.

    Die CDU fordert der Zeitung zufolge angesichts dieser Daten, Messerverbotszonen einzurichten. „Die Menschen in unserer Stadt haben Angst vor tätlichen Übergriffen. Und sie haben Angst davor, dass diese auch unter Einsatz von Messern erfolgen“, zitiert das Blatt den CDU-Fraktionschef Burkard Dregger. Die Zahlen zeigten, dass die Angst berechtigt sei. Der Senat dürfe nicht länger untätig bleiben.

    Nach dem Willen der CDU sollte das Tragen von Messern an Orten verboten werden, in denen in den beiden vergangenen Jahren jeweils 20 und mehr Straftaten mit Messern ausgeführt worden seien. Laut Statistik seien das 43 Orte.

    Innensenator Andreas Geisel (SPD) lehne den CDU-Vorstoß jedoch ab. „Wir setzen auf zeitlich und räumlich begrenzte Verbote, zum Beispiel bei Großveranstaltungen“, wird der Sprecher der Innenverwaltung, Martin Pallgen, zitiert. Dies solle „anlassbezogen“ und in Abstimmung und nach einer Lageeinschätzung der Polizei erfolgen. Feste und dauerhafte Verbotszonen seien nicht kontrollierbar. Die CDU-Forderung gehe an der Realität vorbei.

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    Tags:
    Attacken, Messerangriff, Alexanderplatz, Wedding, Berlin