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16:31 12 November 2019
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    Der Angehörige vom deutschen Militärdienst für ABC-Schutz sammelt Wrackteile des abgestürzten Eurofighter-Kampfjets nahe Nossentiner Hütte

    Nach „Eurofighter“-Absturz: Region befürchtet weitere Unglücke

    © AFP 2019 / dpa / Christophe Gateau
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    Aktuell versuchen Ermittler der Bundeswehr die möglichen Ursachen für den Absturz der beiden „Eurofighter“-Kampfjets über Mecklenburg-Vorpommern in Erfahrung zu bringen. Währenddessen formiert sich in der Region Widerstand. Anwohner befürchten, dass sich solch ein Unglück wiederholen könnte. Politiker sprechen ihr Mitgefühl aus.

    Nach dem Absturz zweier Kampfjets in Mecklenburg-Vorpommern ist die Unfallursache weiter unklar. Das berichten am Dienstag mehrere Medien. In einer aktuellen Unterrichtung des Generalinspekteurs der Bundeswehr an das Parlament heißt es, die beiden Jets seien bei einer Luftkampfübung „zusammengestoßen und abgestürzt“.

    Die Absturzstellen im Raum Nossentiner Hütte und im zehn Kilometer entfernten Jabel sind momentan immer noch militärisches Sperrgebiet und weiträumig abgesperrt. Dort laufen die Untersuchungen der Bundeswehr. Ermittler der deutschen Streitkräfte versuchen nun, die möglichen Unfallursachen in Erfahrung zu bringen.

    Beim Absturz von zwei „Eurofightern“ der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern war am Montag einer der beiden Piloten ums Leben gekommen. Die beiden Piloten konnten sich zunächst mit den Schleudersitzen aus den Fliegern befreien. Der überlebende Pilot wurde am Montag in einem Baum hängend gefunden. Er machte einen relativ gefassten Eindruck, konnte mit den Rettungskräften reden und wurde geborgen, um in ein Krankenhaus gebracht zu werden. Der zweite Pilot, nach Informationen des Radiosenders „Ostseewelle“ ein „sehr erfahrener Flieger“, ist ums Leben gekommen.

    Wie ein Sprecher der Luftwaffe am Dienstagmorgen sagte, sei auch in der Nacht zum Dienstag die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen fortgesetzt wurden. Dabei kamen Nachtsichtgeräte und starke Scheinwerfer zum Einsatz. Insgesamt sei die Zahl der beteiligten Bundeswehrangehörigen auf mehr als 300 erhöht worden. Am Montagabend war dem Sprecher zufolge auch der General Flugsicherheit der Bundeswehr, Brigadegeneral Peter Klement, in Nossentin eingetroffen und hatte die Leitung der Flugunfalluntersuchung übernommen.

    Inzwischen gibt es kritische Stimmen aus der Müritzregion, weil die Luftwaffe seit Jahrzehnten über der beliebten Urlaubsregion Manöver fliegt, wie der lokale Radiosender „Ostseewelle“ berichtet.

    Es grenzt an ein Wunder, dass die abstürzenden Trümmerteile zu keinen weiteren Verletzten oder Toten in den umliegenden Orten geführt haben. Viele Anwohner haben jetzt große Sorge, dass sich solch ein Unglück über ihnen jederzeit wiederholen könnte.

    Einer der Kampfjets stürzte am Ortsrand auf freier Fläche vor dem Ort Nossentiner Hütte ab, sagte Birgit Kurth, die Bürgermeisterin der Gemeinde.

    „Ich bin von Bürgern angerufen worden, die am Drewitzer See waren und den Zusammenstoß der beiden Maschinen sahen“, berichtete sie. Dann sei sie herausgelaufen und habe einen Fallschirm heruntergehen sehen. Später sei ein Hubschrauber in der Gegend gekreist, offenbar auf der Suche nach dem Piloten, der dann auch gefunden wurde.

    Die Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet. Die Hotline ist unter der Nummer 0800 - 770 55 77 bei wichtigen Fragen zu erreichen. Die Ermittlungen vor Ort werden mindestens drei Tage dauern. Es ist das erste Unglück dieser Art bei der Luftwaffe in Deutschland, meldete die Bundeswehr. Am späten Montagnachmittag haben sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Landes-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vor Ort ein Bild gemacht.

    „Das ist heute ein schwerer Tag für unsere Luftwaffe und unsere Bundeswehr“, sagte von der Leyen. „Wir haben durch einen Flugunfall einen Soldaten verloren. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind heute bei seinen Angehörigen und seinen Kameradinnen und Kameraden.“

    Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte: „Schreckliche Nachricht vom Flugunfall in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des Verunglückten.“ Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich tief bestürzt.

    Die zwei Eurofighter-Jets vom Fliegerhorst Rostock-Laage waren am Montag bei einer Luftkampfübung zusammengestoßen und abgestürzt. Offenbar hatten sich die beiden Maschinen in der Luft berührt. Danach stürzten zwei Feuerbälle nördlich des Fleesensees zu Boden. Vor Ort gab es auch kleinere Waldbrände. Die Feuer waren schnell gelöscht. Zwölf Feuerwehren mit 100 Einsatzkräften und Rettungskräften waren in der Region den ganzen Montagnachmittag im Großeinsatz.

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    Tags:
    Mecklenburg-Vorpommern, Eurofighter