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01:23 22 September 2019
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    US-Fußballerin Megan Rapinoe bei der Weltmeisterschaft in Frankreich

    „F***ing White House“? – Trump kontert pöbelnde Fußball-Rebellin

    © REUTERS / BERNADETT SZABO
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    Die Kapitänin der US-Fußballerinnen Megan Rapinoe hat bei einem eventuellen Triumph bei der Fußballweltmeisterschaft keine Lust, im „verdammten“ Weißen Haus von Präsident Donald Trump empfangen zu werden. Das beschrieb sie mit deutlichen Worten in einem Interview. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

    „Ich bin ein großer Fan des amerikanischen Teams und vom Frauenfußball, aber Megan sollte erst gewinnen, bevor sie redet. Bring den Job zu Ende!", schrieb der US-Präsident am Mittwoch auf Twitter.

    Mit der Angesprochenen meinte Donald Trump die Kapitänin Megan Rapinoe, welche die US-Ladies bei der Frauen-Fußballweltmeisterschaft in Frankreich anführt. Rapinoe hatte beim 2:1 Sieg gegen Spanien zwei Elfmeter für die USA verwandelt. In einem Video-Interview antwortete die 33-jährige auf die Frage, ob sie sich nach einem möglichen Gewinn des WM-Titels über eine Einladung des US-Präsidenten freuen würde:

    „I'm not going to the fucking White House“ (deutsch: „Ich werde nicht in das verdammte Weiße Haus gehen“).

    Weiter sagte die Kapitänin der US-Girls, sie habe ohnehin Zweifel, dass die Mannschaft in Fall eines Titelgewinns eingeladen werde. In der zuvor erschienenen Print-Ausgabe des Magazins hatte sie den Grund dafür genannt: Trump versuche zu verhindern, dass Teams eingeladen würden, die ihn ablehnten.

    Die Antwort des US-Präsidenten folgte via Twitter:

    ​Trump fühlte sich offenbar provoziert: „Bring den Job zu Ende. Wir haben Megan oder die Mannschaft noch nicht eingeladen, aber jetzt lade ich das TEAM ein, egal ob es gewinnt oder verliert“. Rapinoe solle „unser Land, das Weiße Haus oder die Flagge nicht missachten, insbesondere weil so viel für sie und das Team getan wurde“, ergänzte der Präsident. „Sei stolz auf die Fahne, die du trägst. Die USA machen es großartig!“.

    ​Rapinoe bezieht immer wieder politisch Stellung und macht sich damit nicht nur Freunde. Im September 2016 hatte sich Rapinoe als eine der ersten weißen Sportlerinnen dem Footballer Colin Kaepernick angeschlossen, der sich aus Protest gegen Polizeigewalt und rassistische Diskriminierung bei der US-Nationalhymne hingekniet hatte.

    Inzwischen hat der US-Fußballverband seinen Spielerinnen diese Geste verboten. Rapinoe singt die Hymne jedoch nicht mit und steht mit den Armen hinter dem Rücken da, statt die rechte Hand auf das Herz zu legen, wie es sonst bei US-Sportlern üblich ist.

    Rapinoe ist eine Vorkämpferin für eine gleiche Bezahlung von Fußballerinnen, sie hat mit anderen Nationalspielerinnen deswegen den US-Verband verklagt. Im Juni 2018 posierte sie mit ihrer Lebensgefährtin, der Basketballspielerin Sue Bird, als erstes gleichgeschlechtliches Paar nackt auf Videos des Senders und dem Cover des Sportmagazins „ESPN“.

    mw/dpa

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    Tags:
    Protest, Frauen, Fußball-WM, Weißes Haus, Donald Trump