03:25 26 November 2020
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    Der Westen wirft russischen Geheimdiensten regelmäßig vor, „Spionageaktivität“ im Netz zu betreiben. Nun kommt allerdings ans Licht, dass es westliche Geheimdienste selbst waren, die die russische Suchmaschine ausgespäht haben.

    Wie die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf vier mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet, haben westliche Geheimdienste Ende 2018 die russische Suchmaschine Yandex – eine Art russisches Google – gehackt.

    Das Ziel sei die Ausspähung von Daten russischer Internetnutzer gewesen. Hierfür sei das Spionage-Programm Regin verwendet worden.

    In einer ersten Reaktion erklärte ein Vertreter von Yandex, dass dieser Angriff westlicher Geheimdienste allerdings habe neutralisiert werden können.

    So räumte Yandex-Sprecher Ilya Grabowsky den Cyber-Angriff gegenüber Reuters ein, erklärte aber:

    „Dieser besondere Angriff wurde in einem sehr frühen Stadium vom Yandex-Sicherheitsteam entdeckt.“

    Er sei neutralisiert worden, bevor ein Schaden entstehen konnte.

    Vom Programm Regin ist bekannt, dass es von den Geheimdiensten der USA, Großbritanniens, Australiens, Neuseelands und Kanadas eingesetzt wird. Keiner der fünf Geheimdienste wollte Stellung zu dem Vorfall nehmen. Der Whistleblower Edward Snowden hatte öffentlich gemacht, dass Regin auch vom US-Geheimdienst NSA benutzt worden sei.

    Laut der Reuters-Quellen haben die Hacker offenbar versucht, technische Informationen zur Identifikation der Yandex-Nutzer auszuspähen. Mit diesen Daten hätte man sich als Nutzer ausgeben und einen Account ausspionieren können.

    Yandex bietet neben der Suchfunktion auch Email-Dienste oder Taxi-Rufe an. Das Internet-Unternehmen hat nach eigenen Angaben in Russland über 108 Millionen Nutzer pro Monat.

    ng/Reuters

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