21:27 04 April 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    15769
    Abonnieren

    Brandenburg: Etwa 40 km von Berlin entfernt liegt die größtenteils verlassene Kleinstadt Wünsdorf. Einst diente sie als ein Militärstützpunkt in zwei Weltkriegen und danach als Hauptquartier für die Sowjetarmee in Ostdeutschland. Zurzeit wohnen dort etwa 6 000 Menschen.

    Sechstausend Einwohner sind ziemlich wenig, besonders wenn man es mit den 60 000 vergleicht, die dort etwa vor 30 Jahren noch lebten. 50 000 von ihnen waren damals Militärs der sowjetischen Armee.

    Посмотреть эту публикацию в Instagram

    Публикация от Берлин Программист (@andron13)

    Der Name dieser Stadt ist heute vielen Menschen schon unbekannt, er ist auch nicht mehr in den Reiseführern auffindbar. Wünsdorf hat aber eine spannende Geschichte. Bevor dieser Ort seinerzeit zum Hauptquartier der Sowjetarmee in Ostdeutschland bestimmt wurde, wurde er dreimal für die Bedürfnisse verschiedener deutscher Armeen umgebaut.

    Посмотреть эту публикацию в Instagram

    Last week trip to Wünsdorf - biggest soviet military camp outside of USSR

    Публикация от Tatjana | BERLIN УТОПИЯ (@t.atjana)

    Die Gebäude in Wünsdorf stammen aus dem Jahr 1910, als hier Kasernen und Truppenübungsplätze für die preußische Armee errichtet wurden. Im Ersten Weltkrieg wurde dort ein Lager für muslimische Kriegsgefangene aus britischen und französischen Kolonien errichtet. Ab 1933 wurde Wünsdorf wieder umgebaut und weiterhin als Hauptquartier des Oberkommandos der Wehrmacht der Nationalsozialisten genutzt.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg waren dort Tausende sowjetische Soldaten stationiert, die Wünsdorf in eine geschlossene Stadt für die Sowjetarmee umgewandelt haben. Neben dem ehemaligen deutschen Kriegsbunker standen russische Schulen, Geschäfte, Theater und viele andere ganz alltägliche Gebäude. Interessant dabei ist, dass ein Zug zwischen Moskau und Wünsdorf täglich verkehrte. Deswegen wurde diese Stadt oft „kleines Moskau“ genannt.

    Nach der Wende und der Wiedervereinigung Deutschlands mussten die sowjetischen Soldaten im Jahr 1994 zurück in ihr Heimatland fahren. Die Abreisenden mussten damals so schnell wie möglich einpacken und die Stadt verlassen. Dabei haben sie ganz wenig mitgenommen und viele Spuren ihres alltäglichen Lebens in der Stadt hinterlassen.

    Heute steht der Großteil dieser Stadt verlassen da und mutet geheimnisvoll an. Meistens kommen nur neugierige Touristen dorthin zu Besuch und genießen die romantische Atmosphäre der Geisterstadt.

    mg/mt

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    USA fangen Berliner Bestellung für Schutzmasken ab – Bericht
    Russische Resolution über Abschaffung von Sanktionen im UN-Sicherheitsrat blockiert
    Russische Panzer und Helikopter im Einsatz gegen „Aggressor“ in Tadschikistan gefilmt – Video
    Brückenteil abgestürzt: Schwerer Bahnunfall im Rheintal fordert Todesopfer
    Tags:
    Brandenburg, Sowjetische Besatzungszone (SBZ), DDR, Reisen, Geschichte, Berlin