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22:41 20 August 2019
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     Citroen CX 25 Prestige Turbo 2 (genutzt von Erich Honecker) im Verkehrsmuseum Dresden

    Honeckers „Nobelhobel“ zum Verkauf

    CC BY-SA 4.0 / Eremeev Pavel / Wikimedia Deutschland (cropped)
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    Die DDR-Staatsführung ist Westauto gefahren; ab 1985 ließ sich Generalsekretär Erich Honecker in einem Luxus-Citroën herumchauffieren. Nun ist dieses Einzelstück generalüberholt zu haben – für einen stolzen Preis.

    80.000 Euro will der Verkäufer aus Wittingen auf einem großen Gebrauchtwagenportal im Internet für die Honecker-Limousine haben. Normalerweise bekommt man maximal 10.000 bis 20.000 Euro für einen Citroën CX. Allerdings hat auf den Polstern dieses Wagens vier Jahre lang das Staatsoberhaupt der DDR Platz genommen. Das hat seinen Preis. Wenn man bedenkt, dass eine ZIL-Limousine des sowjetischen Langzeit-Staatschefs Leonid Breschnew für 188.000 Euro verkauft wurde, scheint der Preis für den Honecker-Schlitten angemessen. Zumal der Verkäufer den Wagen für sage und schreibe 59.000 Euro in einer auf Citroën CX spezialisierten Reparaturwerkstatt umfangreich restaurieren ließ.

    Kult-Autos für Joint Venture

    Abgesehen von der weichen, eleganten Polsterung und dem markanten Design ist der CX wegen seiner Hydraulik Kult. Beim Anlassen des Motors hebt sich die gesamte Karosse erst vorn und dann hinten langsam um ganze 15 Zentimeter. Beim Parken liegt der Wagen also tief wie ein Porsche; beim Fahren meistert das Auto jedoch jedes Schlagloch, von denen es viele gab auf DDR-Straßen.

    Citroëns Generaldirektor schenkte persönlich bereits 1978 der DDR-Führung zwei exklusive Citroën CX. Hintergrund war, dass der französische Autoproduzent damals ein Joint Venture mit der DDR unterzeichnet hatte, um ein Gelenkwellenwerk in der DDR zu betreiben. Bis zum Mauerfall 1989 kamen jedoch nur DDR-Diplomaten in den Genuss, einen Citroën zu fahren.

    „Spitzenerzeugnis der französischen Industrie“

    Die Geschichte des Wagens wird von dem Verkäufer ausführlich dokumentiert und belegt. Honeckers Staats-Citroën stammt aus dem Jahre 1985 und hat gerade einmal 68.000 Kilometer auf dem Tacho. Auch die Ausstattung ist für damalige Verhältnisse top: Automatikgetriebe mit 136 PS, ABS, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbarer Seitenspiegel, Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, Servolenkung, Tempomat und Zentralverriegelung, Klimaanlage.

    Der Staatsratsvorsitzende soll begeistert gewesen sein vom Citroën CX  und bedankte sich bei den westlichen Handelspartnern für dieses „Spitzenerzeugnis der französischen Industrie“.

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    Tags:
    Versteigerung, Staatskarosse, DDR, Erich Honecker