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06:35 21 September 2019
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    Gerichtshammer

    Wegen Mord an italienischem Reporter: Ukrainischer Soldat zu 24 Jahren Freiheitsentzug verurteilt

    © Sputnik / Andrej Starostin
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    Vitali Markiw, ein Soldat der ukrainischen Nationalgarde, ist des Mordes an dem italienischen Fotoreporter Andrea Rocchelli und seinem russischen Dolmetscher Andrej Mironow im Mai 2014 im Donbass schuldig gesprochen und zu 24 Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden.

    Den entsprechenden Gerichtsbeschluss gab am Freitag das Geschworenengericht der italienischen Stadt Pavia bekannt.

    Die Staatsanwaltschaft in Pavia, wo Rocchellis Eltern leben, forderte für Markiw, der eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzt, 17 Jahre Gefängnis.

    Laut der Staatsanwaltschaft hatte sich Markiw als Mitglied einer Einheit am Gipfel des Karatschun-Berges aufgehalten, von wo aus eine Gruppe, der unter anderem Rocchelli und Andrei Mironow angehört hatten, mit Granatwerfen beschossen worden sei. 

    Der Rechtsanwalt von Markiw beharrte dagegen darauf, dass er unschuldig sei. Seine Behauptung begründete der Rechtsanwalt damit, dass das Ziel des Beschusses weit entfernt vom Berg gelegen und dass Markiws Einheit keine schweren Waffen besessen habe.

    Markiws Festnahme in Italien

    Vitali Markiw war im Juli 2017 in Bologna wegen des Tatverdachts des Mordes an dem italienischen Fotoreporter und seinem russischen Dolmetscher festgenommen worden.

    Der in Italien aufgewachsene ukrainische Staatsangehörige sei 2013 nach Kiew gereist, wo er an den Maidan-Protesten und ein Jahr später als Freiwilliger an der Seite der ukrainischen Armee im Konflikt in der Ostukraine teilgenommen haben soll.

    Als stellvertretender Kommandeur eines Freiwilligenbataillons soll er die Schuld für den Granatenbeschuss eines Vororts von Slawjansk tragen, dem der 30-jährige italienische Fotoreporter Andrea Rocchelli und sein Übersetzer aus Russland, Andrej Mironow, im Mai 2014 zum Opfer gefallen waren. Bei dem Beschuss war außerdem der französische Reporter William Roguelon verletzt worden.

    Wie Augenzeugen berichteten, waren damals bis zu 60 Minen in der Nähe der Journalisten eingeschlagen, die alle drei in einem Auto unterwegs waren.

    Bewaffneter Konflikt in der Ostukraine

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk (Donbass) geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Nach den jüngsten UN-Angaben sind bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen bislang insgesamt fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

     

    ns/sb/sna

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    Tags:
    Urteil, Mord, Reporter, Italien, Donbass, Ukraine