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21:19 18 Oktober 2019
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    „Aus berufsethischen Gründen” – Journalist erklärt Austritt aus dem Deutschen Journalisten-Verband

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    Es brodelt hinter den Kulissen des Deutschen Journalisten-Verbandes. Nun wendet sich ein langjähriges Mitglied des DJV-Landesvorstands Baden-Württemberg mit einem Austrittsgesuch an den Verband. Der Journalist Peter Welchering prangert unter anderem CDU-Nähe des Bundesvorstands an.

    Für den Journalisten Peter Welchering, der unter anderem für Deutschlandradio, ZDF, verschiedene ARD-Sender und die FAZ berichtet, scheint das Fass endgültig übergelaufen zu sein: In einem Schreiben an den Deutschen Journalisten-Verband erklärt er unter dem Betreff „DJV-Austritt aus Protest“, warum für ihn nach langjähriger Mitgliedschaft im DJV und Mitgliedschaft im Landesvorstand im DJV Baden-Württemberg nun Schluss ist.

    Die Gründe, weshalb Welchering einen Verbleib im DJV für unvereinbar mit seinen berufsethischen Werten hält, sind vielfältig. Schon längere Zeit seien einige Funktionäre des Bundesverbandes und er sich nicht mehr Grün gewesen, schreibt Welchering.

    „Ich erinnere nur an die Auseinandersetzung mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden Wolfgang Grebenhof, der seiner Forderung nach Nutzung von Wahlcomputern in Deutschland mit dem denkwürdigen Argument Nachdruck verleihen wollte, dass die Saudis derartige Wahlcomputer doch auch nutzen. Meine Kritik an dieser Aussage hat ja zu heftigen Scharmützeln geführt.“

    Ebenso habe er kritisiert, dass der DJV von Internet-Konzernen wie Facebook und Google Geldzahlungen annehme, Vertreter dieser Konzerne auf von ihnen gesponserten Veranstaltungen als Präsentatoren auftreten lasse und Kritik an diesen Zahlungen im Bundesgesamtvorstand vom Bundesvorstand und Hauptgeschäftsführer verhindert werde.

    „Ich habe die Aussage des Bundesvorsitzenden Frank Überall, PR sei eine Spielart des Journalismus, kritisiert, ebenso seine CDU-Parteibuch-Camouflage in einem Tagesschau24-Interview, und wurde für diese beiden Kritiken mit übelsten Beschimpfungen belegt.“

    Überall versuche gegenwärtig, den DJV-Bundesverband in eine Art Vorfeldorganisation der CDU umzugestalten.

    „Davor habe ich in meinem offenen Brief vom 2. Juni 2019 an ihn gewarnt. Ich hatte ihm bereits zuvor deutlich davon abgeraten, einen ranghohen Mitarbeiter aus dem Konrad-Adenauer-Haus als Nachfolger des demnächst sich in den Vorruhestand verabschiedenden Hauptgeschäftsführers zu etablieren.“

    Ebenso sei er mit seiner Ablehnung der alten Artikel 12 und 13 der europäischen Urheberrechtsreform beim Bundesvorsitzenden und Hauptgeschäftsführer des DJV angeeckt. „Das gehört im DJV-Bund zu den unschönen Betriebsgeräuschen einer völlig verelendeten Debattenkultur“, so Welchering.

    Er habe sich stets für eine demokratische Streitkultur beim DSV auf Bundesebene eingesetzt, sei damit aber gescheitert.

    „Der berühmte Tropfen, der das Fass dann zum Überlaufen brachte und aktuell zu meinem Austritt führt, war der Umgang der Bundesebene mit der Zitatfälschung von Michael Busch. Ein obskurer Vorgang, eine kindische Rückruderaktion von Michael Busch, der überhaupt kein Unrechtsbewusstsein nach begangener Zitatfälschung erkennen ließ.“

    Es sei ein ungeheuerlicher Vorgang, dass die Zitatfälschung durch den DJV-Bundesvorstand gedeckt worden ist, damit habe er gegen eine wesentliche ethische Basis des Journalisten-Berufs verstoßen.

    „Wer Zitatfälschung durchgehen lässt, sogar wie Grebenhof, indirekt verteidigt, verabschiedet sich von der grundlegenden Verpflichtung auf Wahrhaftigkeit. Das kann man tun. Aber dann betreibt man keinen Journalismus mehr, sondern Propaganda. Das ist übrigens noch einmal etwas anderes, als PR zu einer Spielart des Journalismus zu erklären.“

    Er habe sich einem wertorientierten Journalismus verpflichtet, betreibe ihn seit 36 Jahren und könne aus diesem Grund nicht länger Mitglied eines Bundesverbandes sein, der sich von diesen Werten verabschiedet habe, schließt Peter Welchering sein Austrittsschreiben.

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    Tags:
    Deutschland, Frank Überall, Deutscher Journalisten-Verband DJV