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    Öltanker „Stena Impero”

    Festgesetzter Tanker war in Unfall mit Fischerboot verwickelt – Iran

    © AFP 2019 / NICO KEMPS
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    Der vom Iran festgesetzte Öltanker „Stena Impero” soll der Nachrichtenagentur Fars zufolge zuvor in einen Unfall mit einem iranischen Fischerboot verwickelt gewesen sein. Als das Fischerboot einen Notruf abgesetzt hat, hat der britische Tanker ihn ignoriert, teilte ein Vertreter der iranischen Hafen- und Seefahrtsbehörde am Samstag mit.

    Der Tanker ist demnach zur weiteren Untersuchung in den Hafen der Stadt Bandar Abbas gebracht worden. Alle 23 Besatzungsmitglieder sollten bis zum Ende der Untersuchung an Bord bleiben. Der Tanker war am Freitag in der Straße von Hormus von den iranischen Revolutionsgarden gestoppt worden. Damit verschärften sich die Spannungen in der Region weiter. Der britische Außenminister Jeremy Hunt drohte dem Iran mit ernsten Konsequenzen, erklärte aber auch, auf eine diplomatische Lösung zu setzen. Die USA kündigten die Entsendung weiterer Soldaten an. Sie sollen nach Saudi-Arabien verlegt werden.

    Kennsignal ausgeschaltet

    Der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge soll der Tanker bei der Einfahrt in die Straße von Hormus sein Kennsignal ausgeschaltet haben, auf der falschen Seite der Fahrrinne gefahren sein und Warnungen der Revolutionsgarden ignoriert haben. Die britische Reederei wies die Vorwürfe zurück. Das Schiff habe alle Navigationsregeln und internationale Vorschriften eingehalten. Die Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gehört zu den wichtigsten Schifffahrtswegen weltweit. Ein Fünftel der globalen Erdöltransporte werden durch diese Meerenge verschifft. Zuletzt kam es hier vermehrt zu Zwischenfällen mit Öltankern, für die die USA den Iran verantwortlich machten.

    Spannungen am Persischen Golf

    Die Spannungen am Persischen Golf und insbesondere zwischen dem Iran und den USA haben erheblich zugenommen, seit US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen mit dem Iran im vergangenen Jahr einseitig aufgekündigt hat. Trump will den Iran durch Wirtschaftssanktionen - auch gegen dessen Ölindustrie - zu einem weiter reichenden Abkommen über sein Atom- und Raketenprogramm zwingen. Zudem verschärft die Festsetzung eines iranischen Öltankers durch die britische Marine vor Gibraltar die Lage. Die britischen Behörden vermuten, dass die Lieferung unter Verstoß gegen internationale Sanktionen für Syrien bestimmt gewesen sei. Der Iran hatte daraufhin mit Gegenmaßnahmen gedroht.

    ai/rtr

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    Tags:
    Unfall, Iran, Tanker